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Fahrt 2013

Bildergalerie:

Bildergalerie der Fahrt 2013

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Diashow der Reise im pdf-Format

Reisebericht:

Reisebericht:

Donnerstag, 03. Januar: Afrika, wir kommen!

Endlich, nach einer Tagesreise landeten wir am Flughafen in Ouagadougou! Wir konnten es kaum erwarten, aus dem Flugzeug zu steigen, um die afrikanische Luft zu atmen. Nach diversen Kontrollen fanden wir uns in der großen Gepäckausgabehalle wieder und nahmen auch tatsächlich alle unsere Koffer wieder in Empfang. Unsere mutigen Schritte in Richtung Ausgang wurden allerdings abrupt angehalten, denn ein besonders großer Koffer von uns sollte noch von den Beamten peinlich kontrolliert werden. Nachdem der Koffer wieder verschlossen war, konnten wir uns zu dem Ausgang begeben. Dort wurden wir von Fidele, dem Schulleiter in Tamiga, Yassia (unserem Dolmetscher) und etlichen Vertretern aus Tamiga begrüßt. Es gab Küsschen und herzliche Umarmungen.
Auf dem Weg zu den Autos wurden wir regelrecht von potenziellen Kofferträgern belagert und traten sogleich in ein Fettnäpfchen, indem wir den Männern direkt in die Augen blickten, eine Geste, die in Burkina Faso Überlegenheit signalisiert. Doch diese Bedeutung sollten wir erst viel später erfahren, und zeigt, welch unterschiedliche Bedeutung in einer harmlosen Geste dieser Art liegen kann.
Nach dem Gewusel in den abendlichen Straßen der Hauptstadt genossen wir die Ruhe im Hotel.

 

Freitag, 04. Januar: Europäer in Afrika (Wir haben die Uhr, die Afrikaner haben die Zeit.)

Das Erste was uns nach dem Aufstehen auffiel, war die Wärme. Fidele hatte uns erzählt, dass es für ihn zu dieser Jahreszeit kalt hier ist, und Ablasse, einer unserer Fahrer, hatte dementsprechend sogar eine dicke Mütze und Handschuhe an. Doch wir hatten in einem Tag einen Sprung von tiefstem Winter in den Hochsommer gemacht.
Zum Frühstück gab es ab jetzt immer frische Papaya und Omelette, ansonsten war es typisch französisch, wohl ein Erbe der kolonialen Vergangenheit! Erster Punkt auf unserer Liste war, das Geld umzutauschen. Frau Gardewin und Herr Wester hatten uns gewarnt, dass es eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würde, aber so richtig vorstellen konnten wir uns das nicht. Wir sind aber schnell eines Besseren belehrt worden. Bei stundenlangem Warten vor der Bank fiel auf, dass es in Burkina Faso vielfältige modische Stile gibt. Zum einen tragen viele Menschen die traditionellen Gewänder, die in den schönsten und kräftigsten Farben leuchten. Solche Farben haben wir noch nie gesehen! Zum anderen wird schlichte, westliche Kleidung getragen, teilweise aber auch mit traditionellen Elementen vermischt. Beim anschließenden Bummel durch die Stadt bestätigten sich diese ersten Eindrücke.
Der Markt in Ouagadougou war am Anfang sehr befremdlich, da jeder uns seine Waren verkaufen wollte und dabei teilweise sehr aufdringlich war. Uns wurden Unterwäsche, Smartphones, Fahrradzubehör, Obst und andere Waren angeboten. Auf den Marktstraßen fanden wir uns aufgrund unserer hellen Hautfarbe als der unfreiwillige Mittelpunkt des Geschehens wieder. Es fühlte sich komisch an, in der „Minderheit" zu sein, aber es war eine wichtige Erfahrung.
Nach dem Trubel in der Stadt ging es nachmittags in ein Künstlerdorf an Rand der Stadt. Dort gab es viele Stände mit typisch afrikanischen Kunstgegenständen, wie Trommeln, aus Holz geschnitzte Elefanten oder bunte Tücher. Es war sehr angenehm, sich da alles anzugucken, und alle haben beschlossen, am letzten Tag noch einmal dort hinzugehen, um das restliche Geld dort auszugeben. Zum Abschluss des Tages stand ein Moscheebesuch an, der uns allerdings erst ermöglicht wurde, nachdem alle Besucherinnen ein Kopftuch umgelegt hatten. Abends gab es die wohl leckerste Pizza der Welt. Es klingt vielleicht komisch, aber ja wir haben die leckerste Pizza der Welt in Afrika gegessen! Morgen sollte es dann nach Bobo Dioulasso gehen!

 

Samstag, 05. Januar: Streicheleinheiten für Krokodile

Die lange Fahrt von Ouagadougou nach Bobo Dioulasso konnten wir gut zum Entspannen und Genießen der Landschaft nutzen, denn es gab viel zu entdecken, unter anderem viele kleinere Ansammlungen unterschiedlicher Hüttenstile. Eine Pause bei einem See mit heiligen Krokodilen wurde mit Spannung erwartet. Unser Fahrer beteuerte bereits im Auto, dass wir uns beruhigt auf die Tiere drauf setzen konnten. da sie seine ja heilig.
Nach einigen langsamen, respektvollen Schritten haben wir es uns dann zumindest getraut, die Krokodile am Schwanz zu "streicheln", sich drauf zu setzen, hat sich allerdings niemand getraut, nicht einmal unser Fahrer. Nach diesem aufregenden Erlebnis – wer hat schon jemals so engen Kontakt zu wilden Tieren?- ging unsere Fahrt Richtung Bobo weiter.
Inmitten einer kleinen Ansammlung von Hütten hielten wir an, um uns nach dem Weg zu erkundigen. Hier wurden wir das erste Mal auf erschreckende Weise mit der Armut im Land konfrontiert. Um unsere beiden Autos herum standen Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren, fast alle hatten einen großen Hungerbauch und sahen uns mit riesigen Augen an. Wir haben uns gefühlt, als ob wir im Zoo wären, damit dieses Gefühl vergeht, versuchten wir, uns mit ihnen zu unterhalten, doch leider konnte nur ein Mädchen bruchstückhaft Französisch sprechen. Außer „barka" (danke) konnten wir ihr in ihrer Sprache aber auch nichts entgegensetzen.
Unsere weitere Fahrt wurde dann nur noch einmal unterbrochen, um etwas zu Mittag zu essen, während wir auf unsere Pommes Frites und den Mangosaft warteten, wurden wir auf unsere Herkunft angesprochen und auf die Antwort „Aus Deutschland." bekamen wir ein freudiges: „ Ah Michael Ballack "zu hören.
Gegen Abend war dann die Ankunft in Bobo (also fast eine ganze Tagesreise für 370 km!) und die Stadt vermittelte einen ganz anderen Eindruck als Ougadoudou: Hier ist die Armut des Landes noch mehr zu spüren. Eine kurze Stadtrundfahrt in der Rushhour war zudem ein beeindruckendes Erlebnis.

 

Sonntag, 06. Januar: Stadt und Land

Für unser Zimmer war diese Nacht nicht ganz so erholsam. Wir sind morgens mit dem Gefühl aufgewacht, dass kann's doch nicht sein, man ist in Afrika und nachts fast erfroren. Die Ursache war schnell gefunden – eine zu kalt eingestellte Klimaanlage. Um diese Erfahrung reicher ging's dann um neun Uhr los zur Stadtbesichtigung.
Die erste Station war eine Moschee, die 1880 im sudanesischen Baustil aus Lehm errichtet wurde. Sehr interessant sieht sie aus, denn aus den weißen Wänden ragen in regelmäßigen Abständen Holzstreben heraus, die das Bauwerk stabiliseren. Nachdem wir ein weiteres Mal unsere Fähigkeiten im Kopftuchbinden ausprobiert haben (wobei einige kläglich versagten) durften wir die Moschee auch von innen besichtigen. Dort war es angenehm kühl aber auch relativ dunkel, denn Licht kommt nur durch kleine Luken aus der Decke.
Die zweite Station war das älteste Stadtviertel der Stadt. Dieses Viertel ist in vier Bereiche aufgeteilt: Musiker, Handwerker, Animisten (Angehörige der traditionellen afrikanischen Naturreligion) und Muslime. So sind wir auch an Musikern vorbeigekommen, zu deren Musik Kinder ausgelassen tanzten, und an Schmieden, die alles, auch die Bedienung des Blasebalgs per Hand vornahmen. In diesem Stadtviertel ist uns besonders der Müll aufgefallen. Am schlimmsten war es am Ende des Viertels, das von der Straße her abschüssig bis zu einem Bach verläuft. Dort waren die größten Müllberge zu finden, in denen sich nicht nur die Schweine vergnügten, sondern auch Frauen im Wasser standen, um dort Wäsche und Gemüse zu waschen. Seit dem Zeitpunkt wissen wir die Präsenz der vielen Mülleimer und einer Müllabfuhr in Deutschland mehr zu schätzen!
In dem Dreckwasser schwimmen außerdem die „heiligen Welse", die deshalb als heilig gelten, weil sie in der Wasserstelle geschwommen sind, die ein Dorf vor der Vertrocknung gerettet hat.
Mit diesen Eindrücken ging es noch weiter in den Süden, nach Banfora. Auf dem Weg dorthin haben wir an einem Markt gehalten. Wahnsinn, dieses durchorganisierte Chaos! Viele Frauen sind dort zu finden, die einen Teil ihrer Ernte verkaufen. Wir selber haben frittierte Teigklümpchen aus Bohnenmehl und Wasser, die dann entweder mit Salz oder Zucker bestäubt werden, sehr zur Freude der Verkäuferin probiert. Schmeckt... interessant.
Während der Fahrt gab es viele Baobabs (Affenbrotbäume) zu sehen, die sind echt irre! Sie sehen in dieser Jahreszeit wie abgestorben aus, sind sie aber nicht. Die Legende dazu besagt, dass ein Naturgott die Bäume erschaffen hat. Alle Bäume waren mit ihrem Aussehen zufrieden, nur der Baobab nicht. Daraufhin nahm ihn der Gott und steckte ihn umgekehrt in die Erde, sodass es aussieht, als würden die Wurzeln nun in den Himmel ragen.
Auch Zuckerrohrfeldern in unterschiedlichsten Reifezuständen, von grün mit Bewässerung bis stoppelfeldähnlich abgeerntet, sind wir begegnet.
In Banfora gab es ein super leckeres Picknick mit Baguette, Käse und Tomaten. So gestärkt konnten wir den Berg erklimmen, von dem sich die einzigen Wasserfälle des Landes in die Tiefe stürzen. Toll sieht das aus! Dem sauberen, klaren Wasser dort oben konnten wir nicht widerstehen und haben uns zur Begeisterung unserer Fahrer selber in die ruhigeren Becken zu einem Bad gewagt. Eine beeindruckende Landschaft ist im Süden von Burkina Faso zu finden, die viel grüner ist als die im Norden (Kongoussi und Tamiga), die uns von nun an umgeben sollte.

 

Montag, 07. Januar: Goldrausch in der Savanne

Wir starteten früh morgens mit dem üblichen perfekten afrikanischen Frühstück. Nachdem alles im Auto verstaut war, begaben wir uns auf eine lange Autofahrt gen Norden, von Bobo Richtung Kongoussi. Während der Fahrt beobachteten wir die vorbeiziehende Landschaft, die immer karger und farbloser wurde. Etliche Pausen lockerten unsere Rückenmuskulatur. Eine der Pausen wurde abrupt abgebrochen, da einer unserer Fahrer, Jean-Pierre, einen Motorradfahrer beobachtet hatte, der zweimal an unseren haltenden Autos langsam vorbei gefahren war. Sie befürchteten einen Überfall und mahnten deshalb zur Eile. Zügig stiegen alle wieder ein und wir waren sehr froh, Jean-Pierre an unserer Seite zu wissen.
Baumwollfelder und ein Lagerplatz für die geerntete Baumwollfrüchte boten Anlass für Foto- und Filmstopps .
Kurz vor unserem Ziel in Kongoussi stoppten wir abermals: Wir hatten ein riesiges eingezäuntes Areal entlang der Straße entdeckt. Im Hintergrund erkannte man große Maschinen, die Erde umschichteten und zu Bergen auftürmten. Später erfuhren wir, dass dieses Gebiet seit ca. einem Jahr von einem kanadischen Konzern gepachtet wird, um Gold abzubauen. In Richtung Kongoussi schlossen sich neue Wohnhaussiedlungen für die Minenarbeiter an, die bei unserem letzten Besuch vor 2 Jahren noch nicht existierten. Dieser Konzern brachte zwar Umweltprobleme (u.a. durch die Verwendung von Quecksilber zur Gewinnung des Goldes), aber leider keine Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung, da Fachkräfte benötigt werden, währen die Bevölkerung ungelernt ist.
Gegen frühen Abend ging die Reise nach Kongoussi weiter, wir bezogen unser Hotel, bei dem sich die Zimmerpreise im Vergleich zum vorherigen Besuch vor zwei Jahren aufgrund der Präsenz der kanadischen Investoren fast verdoppelt hatten. An diesem Abend entdeckten wir in unser zukünftiges Stammlokal in der Mitte des Ortes und es gab Couscous mit Gemüsesoße und Fleischsoße – und schmeckte mal wieder köstlich!

 

Dienstag, 08.Januar: Tamiga- Lernen und Leben im Dorf

Heute war der Höhepunkt der gesamten Reise: Endlich fuhren wir in das Dorf Tamiga. Dorthin, wo wir sehen konnten, was die AG, in der wir uns engagieren, bis jetzt alles erreicht hat. Wir konnten es kaum erwarten, mit den Dorfbewohnern in Kontakt zu kommen. Im Auto unterhielten wir uns noch darüber, wie wir die Begrüßung wohl meistern werden. Als wir endlich ankamen, war alles problemlos: Wir wurden wir von einer großen Menge an Schülern empfangen, die sich in zwei Reihen aufgestellt hatten. Vorne standen der Schulleiter Fidele und die Lehrer der Schule, die uns freundlich begrüßten. Sie führten uns durch die beiden Reihen, während die Schüler uns mit einem zuvor eingeübten Lied mit dem Titel ".Soyez les bienvenues.." (auf Deutsch ".Ihr seid herzlich willkommen") begrüßten. Nachdem wir vielen uns unbekannten Menschen die Hand geschüttelt hatten, wurden wir, uns auf die Stühle, die in den Schatten gestellt worden waren, gebeten. Kurz darauf saßen dort mit uns die Lehrer und Lehrerinnen und andere wichtige Dorfmitgliedern in einem Stuhlkreis. Eine Begrüßung, so wie es die Jahre zuvor üblich war, gab es bei uns leider nicht. Herr Wester hielt kurz eine Rede über die Ziele und Wünsche der Fahrt, danach stellte uns Frau Gardewin der Reihe nach vor. Die Tatsache, dass jede von uns Applaus bekam, gab uns erneut das Gefühl, dass wir hier willkommen sind. Nachdem auch die für uns fremden Afrikaner vorgestellt worden waren, wollten wir die Schule von innen sehen. Hierzu rief Fidele die Schüler in ihre Klassen, um uns zu zeigen, wie eine Unterrichtsstunde in Tamiga abläuft. Wir teilten uns in Zweiergruppen auf und besuchten jeweils verschiedene Unterrichtsfächer. Die einen erlebten den Biologieunterricht mit, die anderen den Matheunterricht, wieder andere ein drittes Fach. Ein großer Unterschied zu Deutschland ist, dass hier jedes Fach für die Schüler nicht in ihrer Muttersprache (Mooré), sondern in ihrer ersten Fremdsprache, Französisch, unterrichtet wird. Die Schüler haben sozusagen ab der ersten Klasse „bili".
Anschließend wohnten wir einem Fußballspiel bei, das zu unseren Ehren angesetzt worden war, und erlebten, wie eine Herde von Rindern das Spiel beeinträchtigte, indem sie in aller Ruhe das Fußballfeld überquerte. Im Unterschied zu Deutschland gibt es keine eingezäunten Areale für die Haustiere, sie laufen frei herum. Anschließend begaben wir uns auf einen Rundgang durch das Dorf. Viele neue Gesichter kamen uns entgegen und begrüßten uns erfreut. So wie bei jeder der bisherigen Fahrten nach Tamiga probierten auch wir, Hirse zu stampfen oder zu Mehl zu mahlen und Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen. Dies war nicht nur für die Frauen aus dem Dorf ein Spaß, indem sie sahen, wie ungeschickt und ungeübt wir uns anstellten. Auch wir hatten sehr viel Spaß daran, uns in die Frauenrolle aus dem Dorf zu versetzen, auch wenn es traurig war, festzustellen, wie schwer sie es mit den alltäglichen Aufgaben haben, die sie erledigen müssen und die körperlich sehr anstrengend sind. Sehr oft tragen die Frauen noch ein Kind auf dem Rücken oder auf der Hüfte und /oder sind schwanger. Wir bestiegen auch den Hügel, dem das Dorf ihren Namen zu verdanken hat. Von dort oben konnte man weit über das gesamte Dorf in die Umgebung gucken.
Nach dem Ende dieses Rundgangs ging es zum Krankenhaus nach Kongoussi weiter, wo wir einen Termin mit dem Leiter des „Centre Medical Notre Dame la Misricorde de Bam" vereinbart hatten. Hier wird ein Laborgebäude gebaut, welches unsere Schule finanziert. Auch hier machten wir eine Führung durch das Krankenhaus und durch den Rohbau des Labors. Aufgrund der Bauarbeiten ließ sich nur erahnen, wie der fertige Bau später aussehen könnte. Der Verantwortliche Leiter, Abbe Jean-Pierre Sarkouri, empfing uns zur Klärung weiterer Fragen in seinem Büro Zusätzliche Informationen über die medizinische Lage dort bekamen wir durch das Interview, was wir mit ihm führten. Uns interessierte, warum der Ausbau des Krankenhauses so viel Zeit koste. Die Erklärung war, dass es nicht vorhersehbare Erdarbeiten zu erledigen gab und dass auch der hohe Wasserverbrauch ein Grund für die Verzögerung sei. Er selbst rechne noch mit etwa zwei Monaten, bis das Gebäude fertig ist, da der Bau wegen der notwendigen 1,5 m tiefen Fundamente sehr aufwändig sei. Handwerker im Alter von 25-28 Jahren sind auf dem Bau beschäftigt. Fast alle Arbeiter kommen aus Koudougou, einem kleinen Ort in der Nähe. Täglich arbeiten sie bis zu 17 Stunden Eine weitere Frage von uns bezog sich auf das Personal des Krankenhauses und auf die Kriterien, die ein Arzt oder Krankenpfleger erfüllen muss. Wir erfuhren, dass die Bewerber landesübliche Qualifikationen im medizinischen Bereich haben und über eine christliche Einstellung verfügen müssen, da der Leiter garantieren will, dass die Kranken als Mitmenschen wahrgenommen und behandelt werden. Die Konfession spiele beim Einstellungsverfahren dagegen keine Rolle. In Fragen der Hygiene bestätigte Abbé Sarkouri unseren Eindruck vom Rundgang, indem er sagte, dass die Hygiene dort nicht dem europäischen Standard entspricht. Im Vergleich zu anderen Krankenstationen in dem Gebiet sei es aber in seiner Einrichtung deutlich besser. Außerdem hätten die Kranken dort den Vorteil, auch behandelt zu werden, wenn sie kein Geld haben. In dem zukünftigen Laborgebäude wird das Blut und der Urin der Kranken untersucht werden, um schneller Diagnosen erstellen zu können. Das Problem aber, welches besteht, so Sarkouri, ist, wie es nach der Diagnose weitergeht. Für die Behandlung haben die Afrikaner dort meistens kein Geld. Da die Gesundheit der Bewohner von Tamiga, insbesondere der Schüler, für uns von großer Bedeutung ist, muss jedes Kind vor der Einschulung durch die Schuleingangsuntersuchung. Am häufigsten, erfuhren wir, treten die Krankheiten Malaria, Bronchitis und Aids auf. Aufgrund dessen wünscht sich Pater Sarkouri vor allem einen effektiven Aufklärungsunterricht bezüglich Aids und der Übertragungswege.

 

Mittwoch, 09. Januar: Partnerschaft ist Brüderschaft

An diesem Tag erhielten wir Besuch: Der „Inspekteur" der Grundschule kam zu uns zum Hotel. In dem Gespräch ging es darum, den Schülern in Tamiga nach ihrem Grundschulabschluss den Besuch einer weiterführenden Schule zu ermöglichen
Anschließend setzten wir unseren Besuch in Tamiga fort. Die Dorfbewohner hatten an diesem Tag viele ehemalige Tamiganer, die mittlerweile außerhalb des Dorfes leben, zu einer Besprechung mit den Mitgliedern des Fördervereins in Bad Zwischenahn eingeladen, bei der wir mit einer Rede des Schulleiters und der Stammesältesten offiziell begrüßt und mit Willkommensgeschenken überrascht wurden. Die sonst so festliche Tamtam-Begrüßung konnte aufgrund organisatorischer Probleme leider bei diesem Besuch nicht stattfinden.
Nach der Besprechung haben wir noch mit einigen Bewohnern Interviews geführt. wodurch wir erfuhren, dass viele Jugendliche im Alter von ungefähr 17 Jahren in Städte ziehen, da es vor allem in der Trockenzeit keine Möglichkeiten gibt, eine bezahlte Arbeit zu finden. Mit den Frauen wurde ein langes Gespräch über das alltägliche Leben in Tamiga geführt. Wir haben erfahren, dass sie sich eine Gesundheitsstation in Tamiga vor Ort wünschen, damit sie auch gerade während der Regenzeit von Krankenpflegern versorgt werden können. Gerade bei einer Schwangerschaft sei dies wichtig, da es während der Regenzeit kaum möglich ist, nach Nazree zur nächstgelegenen Krankenstation zu fahren. Schön zu hören ist jedoch, dass auch die Frauen von unseren Projekten profitiert haben und unsere Partnerschaft als Brüderschaft wahrnehmen. Während des Gesprächs mit den Dorffrauen haben sich unsere Lehrer mit den Verantwortlichen der Schule in Tamiga über das neue Ziel der weiterführenden Schule ausgetauscht. Mit einer gemeinsamen Mahlzeit und ein paar Erinnerungsfotos wurde unser Abschied eingeleitet. Die Stimmung in den Autos war bedrückt, als wir an den winkenden Kindern vorbei zurück fuhren. Bei einem Zwischenstopp bei den Goldgräberfeldern in der Nähe von Tamiga sind wir auf die letzten beiden Goldgräberinnen des Tages gestoßen. Eine ältere Dame packte gerade mit ihrer Enkelin ihre Sachen nach fünf bis acht Stunden Arbeit zusammen und machte sich auf den Heimweg, nachdem sie mit uns ein paar Worte gewechselt hatte. Die Ausstattung der Frauen zum Goldschürfen ist sehr ärmlich: Sie durchwühlen die Erde im Wesentlichen mit den bloßen Händen.
Der anschließende Besuch der Krankenstation Nazree, die für die Bewohner in Tamiga zuständig ist und von der die Frauen schon berichtet hatten, war nicht geeignet, unsere Stimmung zu heben: Die Behandlungstische, ja selbst der Desinfektionsraum, waren mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Da die Fenster kein Glas, sondern nur Jalousien hatten, konnte jeder Windstoß Sand und Staub hereintragen. Bei uns kann man sich solche Behandlungsorte nicht einmal vorstellen.

Vor dem Abendessen kamen wir noch in den Genuss einer kleinen Ausstellung lokaler Kunsthandwerker, Mit den dort erworbenen Schlüsselanhängern als Erinnerungsstücke in der Hand haben wir den Abend dann mit einem schönen Abendessen ausklingen lassen.

 

Donnerstag, 11. Januar: Goldschürfen als Mittel zum Überleben

Unser vorletzter Tag brach an. Er führte uns zurück nach Ouagadougou, jedoch nicht auf dem direkten Weg; Der Besuch eines Goldgräberdorfes sollte unsere Erfahrungen mit dem Edelmetall in Burkina Faso ergänzen. Uns allen war dort nicht ganz wohl, denn Arbeiter graben schmale Gänge in die Berge, die bis zu 100 Meter in die Tiefe gehen. Das Alter und die Herkunft der Jungen und Männer spielt dabei keine Rolle, die Gruppen der Dörfer entscheiden, ob sie einen neuen Bewerber aufnehmen. Deshalb sind auch Kinder, die Geld für ihre Familien brauchen, dort zu finden. Ein junger Mann hat uns vorgeführt, wie die Goldgräber an einem Seil ohne moderne Sicherung in die Tiefe hinein gleiten - mutige junge Männer, die sich für wenig Geld das trauen und dazu tagtäglich Lebensgefahren aussetzen.
Wir hatten uns erhofft, im Vergleich dazu den modernen industriellen Abbau der kanadischen Firma näher anschauen zu können, jedoch kamen wir leider nicht weiter als zu dem Eingangsbereich. Uns fehlten die notwendigen Genehmigungen.

Der letzte Abend in Ouagadougou klang mit einem gemütlichen Beisammensein bei „unserem" Italiener (s. Tag 2!) aus.

 

Freitag, 12.Januar: Tradition und Zukunft

Unser letzter Tag sollte mit einer Zeremonie beginnen, die in jedem Tourismus-Führer über Burkina Faso verzeichnet ist und uns von Herrn Wester als etwas ganz Besonders angekündigt worden war. Leider war dies aber der Tag der Zwischenfälle. So kam einer unserer Fahrer gar nicht, weil ihm jemand ins Auto gefahren war. und Yassia, unser Dolmetscher, hatte eine Panne mit seinem Moped. Während wir auf sie warteten, wurden wir Zeugen des frühmorgendlichen Getümmels auf der Straße, Unmengen von Fahrradfahrern, Mopedfahrern und Autos waren kreuz und quer unterwegs. Irgendwann ist tauchte dann der zweite Fahrer auf. Obwohl wir spät dran waren, hatte das Spektakel aber noch nicht begonnen. Die Zeremonie vergegenwärtigt ein Ereignis aus dem 16. Jahrhundert und wird jeden Freitag durchgeführt. Damals wurde eine Prinzessin entführt, woraufhin wollte ihr Vater, der König, in den Krieg ziehen wollte, um sie zu befreien. Die Häuptlinge der vielen kleinen Dörfer kommen, um ihn von dem Vorhaben abzubringen. Nach angedeuteten Unterwerfungsgesten vor ihm als Zeichen des Respekts treten sie in Gruppen vor den König. Zu Beginn der Zeremonie trägt der König rot, symbolisch für die Kampfbereitschaft und das Pferd ist gesattelt. Nach dem Gespräch mit den Häuptlingen zieht der König ein weißes Gewand an, das nun seinen Friedenswillen unterstreicht, und das Pferd wird weggeführt. Das aufregendste an der Zeremonie waren zwei unerwartete Kanonenschüsse, die das Geschehen beendeten
Erst nach diesem Spektakel gab's das liebgewonnene afrikanische Frühstück im Hotel und anschließend den Besuch im Künstlerdorf, der am ersten Tag beschlossen worden war. Unsere letzten Francs CFA blieben dort.
Der letzte Programmpunkt unseres Aufenthaltes in Burkina Faso war der Besuch bei Katrin Rohde, einer Deutschen, die vor über 15 Jahren nach Burkina Faso ausgewandert ist. Dort hat sie zunächst ein Waisenhaus aufgebaut und, dann nach und nach weitere Projekte ins Leben gerufen, wie z.B. ein Frauenhaus, ein Mehrgenerationenhaus und eine Bio-Farm. Ihr Konzept hat uns sehr beeindruckt. Jedes der Häuser ist eigenständig und untersteht der Leitung eines/einer Einheimischen. Den Waisenkindern wird durch Bildung und Ausbildungsmöglichkeiten eine Perspektive geboten und gleichzeitig der Kontakt zu noch vorhandenen Familienmitgliedern gehalten, damit sie, wenn sie mit 18 das Waisenhaus verlassen, nicht ganz alleine dastehen und ihr Leben meistern können. Nach einem Gespräch mit Frau Rohde, das wegen der Kürze der Zeit leider nur sehr oberflächlich verlaufen konnte, begaben wir uns auf den Weg zum Flughafen. Umso mehr freuen wir uns, dass uns Frau Rohde am 22. Mai in Bad Zwischenahn besuchen wird, um den Besuch zu vertiefen.

Danach: Noch ein letzter Atemzug der milden afrikanischen Abendluft und dann: Auf Wiedersehen Afrika!

Es war eine spannende und lehrreiche Reise, die wir nicht missen mögen!

 

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