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Reise nach Burkina Faso im Januar 2007

Bildergalerie:

Bildergalerie der Fahrt 2007 - aufgenommen von W. Baroke:

Allgemeiner Reisebericht:

Allgemeiner Reisebericht:

Eine Projektgruppe des Fördervereins für Schulpartnerschaften in Entwicklungsländern e.V. und der Tamiga-AG des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht reiste vom 3. bis zum 14. Januar 2007 nach Burkina Faso in das Dorf Tamiga. Teilnehmer der Gruppe waren der Vorsitzende des Vereins, Franz Wester, der stv. Schulleiter und Projektleiter am Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht, Winfried Baroke, sowie die Schülerinnen Laura Alberding (17), Mareike Schmidt (18) und Christina Stolper (18). Alle zwei Jahre besuchen Mitglieder des Projektes, das bereits seit 1992 besteht, das westafrikanische Dorf, um sich vor Ort über die bereits realisierten Projekte einen Eindruck zu verschaffen und neue Vorhaben mit der Dorfbevölkerung Tamigas abzusprechen.

Warten auf den UnterrichtDurch vielfältige Hilfsaktionen am GZE, wie z.B. jährliche Sponsorenrallyes, wurden u.a. eine Primarschule, die zurzeit 150 Kinder besuchen, ein Brunnen und eine Getreidebank finanziert. Ein Unwetter hatte im vergangenen Jahr die ebenfalls vorhandene kleine Gesundheitsstation zerstört und das Dach eines der drei Klassenräume abgedeckt.

Das Team aus Bad Zwischenahn wurde in diesem Jahr besonders herzlich begrüßt. Viele Männer, Frauen und Kinder hatten sich zu Ehren des Besuchs am Dorfplatz eingefunden und begrüßten die Lehrer und Schüler mit Trommelmusik und Tänzen. Geschenke wurden ausgetauscht, Begrüßungsreden gehalten und die Mitglieder der Reisegruppe konnten auch das von den Frauen aus Hirse gebraute Dolobier kosten. Die Stimmung war fröhlich und wurde gegen Abend immer ausgelassener, weil man sich bereits auf die Trauerzeremonie des verstorbenen Dorfchefs vorbereitete, ein Fest, bei dem an den beiden nächsten Tagen viele Menschen aus den umliegenden Dörfern zusammenströmten, um mit traditionellen Tänzen und Riten, Abschied zu nehmen.

In Gesprächen mit Vertretern des Dorfes wurde eine Prioritätenliste für Verbesserungen in der dörflichen Struktur erarbeitet:

  1. Wiederaufbau der Gesundheitsstation
  2. Reparatur der Sturmschäden am Klassenraum 1
  3. Neubau von drei weiteren Klassenräumen und Lehrerwohnungen
  4. Vertiefung des Schulbrunnens um 3 m
  5. Sicherungsbarriere und Holzpaletten für die Getreidebank
  6. Reparatur von Schulmobiliar
  7. Zuschüsse für die Anschaffung von Medikamenten
  8. Anschubfinanzierungen (Mikrokredite) für Frauen und junge Männer, die sich als Näherinnen oder Viehzüchter selbstständig machen möchten
  9. Bau eines Wohnheimes für Kinder aus Tamiga, die eine in der Planung befindliche weiterführende Schule (Kolleg) in einem Nachbarort besuchen möchten.

Nicht alle Kinder gehen zur SchuleEine aus fünf Bewohnern des Dorfes gewählte Gruppe wird zukünftig die Kontakte mit dem Förderverein in Bad Zwischenahn koordinieren und hat inzwischen bereits erste Kostenvoranschläge erarbeitet. Die Positionen 2 und 4 bis 6 konnten vor Ort spontan zugesagt werden, der Wiederaufbau der Gesundheitsstation dank einer großzügigen Spende der Anwaltskanzlei Hibben-Fugger, Oldenburg, ebenfalls. Das Ingenieursbüro Börjes aus Westerstede verzichtete auf Kunden- und Mitarbeitergeschenke zu Weihnachten und überreichte durch ihren Geschäftsführer Stephan Janssen einen 500 €-Scheck für die Vertiefung des Schulbrunnens. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und den angesparten Spendengeldern des Fördervereins könnte es gelingen, noch in diesem Jahr die Schule mit drei weiteren Klassenräumen und Lehrerwohnungen auszustatten. Dies ist auch nach den neuesten burkinischen Bildungskonzepten erforderlich, da die Regierung für jeden Schülerjahrgang einen Klassenraum vorschreibt.
Die Schülerinnen, die zum ersten Mal Tamiga besuchten, waren tief beeindruckt von der Freundlichkeit, mit der sie in Tamiga aufgenommen wurden, aber es war auch bedrückend für sie, zu erfahren, wie mühsam und fast archaisch der Alltag in Tamiga insbesondere von den Frauen bewältigt werden muss. Am Beginn der Trockenzeit im Januar sind die klimatischen Bedingungen (25 bis 30 oC Tagestemperatur) recht angenehm, wenn das Thermometer aber im Juni/Juli auf 45 bis 50 oC klettert, wird jede körperliche Aktivität zur unerträglichen Anstrengung. Der häufig stark aufkommende Wind wirbelt den roten Staub in die Luft, sodass auch während des Besuches der Zwischenahner die Sonne vernebelt wurde. Viele Bewohner Tamigas leiden an Atemwegserkrankungen und Entzündungen der Schleimhäute. Da es im letzten Jahr in Tamiga etwas stärker geregnet hatte als im Vorjahr, war die Ernte besser ausgefallen und die Menschen hatten mehr zu essen als im Hungerjahr 2005. Die Folgen einer einseitigen Mangelernährung sind offensichtlich, vorgewölbte Kinderbäuche und ausgefallene Zähne bei Erwachsenen sind dafür Indikatoren.
Über ihre Erfahrungen in Tamiga hat die Projektgruppe der Schule und Öffentlichkeit berichtet. Für einen Informationsabend wurden ein Film, Reiseberichte und eine Fotoshow erstellt.

Reisebericht der GZE Schülerinnen:

Unsere Reise nach Tamiga 2007

von Laura Alberding, Mareike Schmidt und Christina Stolper

Am 3. Januar diesen Jahres (2007) ging es los. Wir drei aus der Tamiga-AG, Christina, Laura & Mareike, sowie Herr Baroke und Herr Wester verabschiedeten uns von unseren Familien und wir wussten, dass es im fernen Afrika ein Dorf gab, das schon sehnsüchtig auf uns wartete.
Das Flugzeug landete schließlich in der Hauptstadt Burkina Fasos, Ouagadougou und unsere Aufregung wurde immer größer.
Draußen, die paar Treppen des Flugzeuges hinabsteigend, erwartete uns eine kleine Böe des rötlichen Sandes und eine furchtbar trockene und warme Luft.
Vor uns befand sich eine für unsere Verhältnisse heruntergekommene Halle, durch die wir zur Kontrolle unserer Pässe geschleust wurden. Nach Empfang unserer Gepäckstücke wagten wir uns hinaus ins Getümmel. Aus allen Richtungen stürmten Menschen auf uns zu, die uns entweder etwas verkaufen wollten, um eine Spende baten oder uns im Dienst als Taxifahrer zu unserem Hotel bringen wollten. Im ersten Moment waren wir sichtlich überfordert mit der Situation und wir fürchteten uns ein wenig vor den Menschen, die wir aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe in der Nacht nur schlecht erkennen konnten.
Ein weiser Vorschlag von Herrn Baroke hatte im Vorfeld gelautet: „Lasst niemals euer Gepäck aus den Händen".

Wir hatten uns fest vorgenommen, dass wir dem auch folgen, doch irgendwie lief dann doch alles anders ab. Zwei Männer schnappten sich unsere Rucksäcke, stopften sie in einen Kofferraum und schickten uns in das dazugehörige Auto, das den Anschein hatte bei der nächsten Anfahrt auseinander zufallen. Uns wurde nur zugerufen, dass das alles so seine Richtigkeit hätte. Nun gut... wir kamen dann nach einiger Zeit heil im Hotel an. Wie, ist uns ein Rätsel, denn Männer, die vorbeikommen, ihren Kopf in unser Auto stecken, uns vortrommeln und uns etwas verkaufen möchten oder die Elendsviertel, durch die wir fuhren, entsprachen nun wirklich nicht der Welt, aus der wir kamen.

PauseWenn man uns heute nach unseren Eindrücken von Afrika fragt, fällt es schwer die Antwort noch immer so wahrheitsgemäß zu beantworten, wie am ersten Tag, als die Eindrücke noch so intensiv waren, dass man sie stundenlang hätte beschreiben können. Die Nahtstellen zwischen Burkina Faso und unserem Zuhause fehlen einfach. Die Erinnerung kommt einem nach der Rückkehr nach Deutschland so unwirklich vor, dass es schwer fällt, sie zu beschreiben. Die ersten Minuten, als man das Flugzeug verließ, voll mit Erwartungen, die doch nicht erfüllt wurden, war das Erste, was uns auffiel, wohl auch das Banalste. Die Hitze, die einem entgegen schlug und doch nichts zu tun hat mit dem Sommer des Jahrhunderts, den wir in Deutschland erleben durften, der Boden, der eine solche Orangefärbung hat, dass er einem absolut unwirklich vorkommt und selbst die Luft, die wir atmen, ist so anders als wir es gewohnt sind. Die afrikanische Trockenheit erfasst einen schon in den ersten Sekunden und wird immer gegenwärtig bleiben für die nächsten zehn Tage. Als wir den Flughafen verlassen, fühlen wir uns einsamer als jemals zuvor. Unseren Vorstellungen entspricht das, was wir sehen, nicht. Armut. Armut ist ein Wort, das man in Verbindung mit Afrika nicht verwenden kann. Nicht, wenn man Europäer ist, und bis jetzt noch nie an vergleichbaren Orten war. Niemand, der in Europa arm ist, würde in Afrika mit diesem Wort in Verbindung gebracht werden. Ob wir das vorher wussten, bevor wir unsere Reise antraten? Ja. Ob man ein Bewusstsein entwickeln kann, für das, was man in Afrika sieht? Nein. Dinge, die wir hier beschreiben können, bleiben Bilder, kleine Einblicke in eine Welt, die unfassbar ist. Auch wenn das Leben auf dem Land sich ein wenig mit dem deckt, was wir uns selbst vorgestellt haben, so ist die Stadt noch einmal völlig anders. Hier ist ein winziger Fetzen Europa angekommen, zu klein, um die Stadt auszufüllen, aber groß genug, um eine Vorstellung in afrikanische Köpfe zu pflanzen. Fanta und Cola gibt es hier, und diese Produkte kommen einem an diesem Ort fehl am Platz vor. Denn Kinder mit Hungerbäuchen sind kein ländliches Bild, die gibt es auch in der Stadt. Wenn man Dinge entdeckt, die einem bekannt vorkommen, passen sie grundsätzlich nicht in diese Welt, als Resultat fühlen auch wir uns während der ersten Tage absolut unpassend hier. Die Schönheit, die aber auch dieses Land in sich trägt, ist der europäischen unähnlich, sie wird einem nicht an jeder Ecke ins Gesicht geschmettert. Afrikas Schönheit ist leise und muss gefunden werden. Die wunderschönen Augenblicke werden einem erst später bewusst, wenn die Armut und das Elend, diese absolut gegenwärtigen Dinge, nicht alles überschatten. Der afrikanische Mond, den wir nachts in Tamiga sehen konnten, dieser Mond, dem keinerlei künstliches Licht Konkurrenz macht, den werden wir nie vergessen können.

Frauen unter sichUnser Hotel in Ouagadougou sah ganz passabel aus, geschützt durch eine Mauer, sodass niemand hineinkam, der nicht hinein sollte. Doch dadurch wurden wir nicht vor den kleinen Tieren oder der versmogten Luft der Hauptstadt geschützt. Auch der morgendliche Duschvorgang stellte sich als Schwierigkeit dar, denn selten war Wasser durchgängig vorhanden.

Unsere Reise ging zusammen mit unserem gemieteten Geländewagen und dessen Fahrer Pascal sowie mit unserem Dolmetscher Eric weiter - ab in Richtung Norden nach Kongoussi, unserem letzten Zwischenstopp vor Tamiga.
Dort nächtigten wir in einem Hotel, welches in Bezug auf den Komfort das vorherige noch unterbot. Bei den neu eingebauten Toiletten ließ sich der Deckel nicht genügend weit öffnen, folglich fiel dieser bei der Benutzung in den Rücken. Auch kam es zu einigen Stromausfällen im Ortsnetz. Zum Glück waren wir genügend mit Taschenlampen und Kerzen ausgestatten.
Wir hatten hier einiges zu erledigen. Ein Treffen mit unser Partnerorganisation Sougri Nooma stand auf dem Programm, mit dem Deutschen Entwicklungsdienst hatten wir bereits in Quaga konferiert.

Dann kam der Tag, an dem wir drei Mädels das erste Mal in das Dorf Tamiga fuhren. Der Rest unserer Gruppe, Herr Baroke, Herr Wester, Pascal und Eric begleiteten uns natürlich.
Eine holprige Piste führte uns zu unserer Schule in Tamiga.
Viele hatten schon seit einigen Tagen gewartet und stürmten auf uns zu. Immer mehr kamen aus dem Dorf herangeeilt, um uns mit Handschlag und einem freundlichen Lächeln willkommen zu heißen.
Im Folgenden gab es eine ganze Zeremonie zur Begrüßung. Es wurde getanzt, während wir auf Stühlen saßen, die immer wieder so umgestellt wurden, dass wir der prallen Sonne nie ausgesetzt waren und uns wurde das traditionelle Begrüßungsgetränk, ein gesüßtes Wasser, das nach Mehl schmeckte, gereicht. Außerdem bekamen wir die Gelegenheit, selbst hergestelltes Dolo-Bier zu probieren. Der Geschmack war etwas befremdlich und wir beließen es bei einem kleinen Schluck.
Verglichen mit den vergangenen Besuchen in Tamiga konnten wir zum ersten Mal beobachten, dass Männer und Frauen zusammen in einem Kreis tanzten.
Die Frauen trugen ihre Kinder auf dem Rücken in einem Tuch und wir sorgten uns um die Kleinen, die beim Tanz hin und her geschleudert wurden.
Vor dem uns bekanntem Popo-Tanz konnten wir uns leider nicht drücken und so fanden wir uns bald zusammen mit einigen Frauen des Dorfes in einem Kreis wieder, wobei zwei zur selben Zeit in die Mitte gingen und ihre Popos im Rhythmus der klatschenden und singenden Frauen zusammenstießen. Es sah wirklich leichter aus als es war.

Laura und ChristinaWir betrachteten die Kinder, die das Treiben beobachteten. Sie waren nicht mit von den Müttern angefertigter Kleidung bekleidet, sondern trugen abgetragene Hosen und Shirts, die aus Altkleidersammlungen unserer Welt stammen. Kleinere unversorgte Wunden, die sich entzündet hatten, sowie die Hungerbäuche, die fast überall zu sehen waren, machten uns nachdenklich.
Ein Land, das seine Kinder nicht ausreichend ernähren kann, wirft Fragen über eine gerechtere Verteilung auf. Dies hautnah zu erleben, führt bei uns zu Unverständnis und Sprachlosigkeit.

Ein wenig später wurden wir in die Schule geführt, um uns die Räumlichkeiten zeigen zu lassen und dann gab es Essen. Ein schlechtes Gewissen machte sich in uns breit. Wir saßen in einem Klassenraum, bekamen Essen in Töpfen geliefert, während die Kinder des Dorfes zum Fenster hineinschauten und uns bei jedem Bissen zusahen, den wir von unseren vollen Tellern aßen.
Einer der drei Lehrer des Dorfes war für uns mit seinem Moped ca. eine ¾ Stunde bis ins nächste größere Dorf gefahren, um Cola, Fanta und Sprite zu besorgen. Wie wir später erfuhren, musste er diese Fahrt sogar zweimal machen, da beim ersten Versuch die Kühltasche auf seinem Gepäckträger schräg lag und die Flaschen ausliefen. Es ist wohl gut nachvollziehbar, dass uns das sehr unangenehm war.

Eine Nacht wollten wir in Tamiga verbringen. Die mitgebrachten Innenzelte bauten wir als Schutz vor Insekten und kleinen Tierchen in dem Haus des Lehrers auf, der dies extra für uns leer geräumt hatte.
Das Lehrhaus entsprach nicht unseren Vorstellungen von einem gemütlichen Heim. Die kahle Behausung war im Innern durch zwei Querwände in drei Räume aufgeteilt. Im Vergleich zu den kreisrunden Lehmhütten der Dorfbevölkerung, in denen man gerade so eben stehen konnte, war dieses Haus etwas ganz Besonderes, auch wenn man berücksichtigt, dass der Waschplatz draußen vor dem Gebäude war.
Wir erlebten viel. Wir sahen uns im Dorf um, schauten zu, wie die Frauen Hirse mahlten, Wasser pumpten und wir probierten uns selber darin aus. Die Arbeit der Frauen ist sehr schwer.

Am Morgen nach unserer Übernachtung in Tamiga wurden wir mit der Bitte konfrontiert, uns mit zwei Frauen des Dorfes zu unterhalten, die bereits vor dem Haus des Lehrers warteten. Auch wenn die Frauen im Dorf inzwischen mehr Rechte haben als früher und das bei dieser Fahrt neu entstandene Groupement des Dorfes auch ein weibliches Mitglied aufweist, so haben die Männer immer noch das Sagen.
Daher konnten wir uns leider beim ersten Treffen nicht ganz offen mit den Frauen unterhalten, da die Mehrzahl der Anwesenden männlich war und diese auch gerne das Wort ergriffen, ohne gefragt zu werden.
Aber wir verabredeten uns für später, um die Wohnverhältnisse im Dorf kennen zu lernen und einmal nur unter Frauen zu sprechen, mit Ausnahme unseres Dolmetschers Eric.
Dabei wagten wir es auch, Tabuthemen wie Polygamie und HIV anzusprechen.
Wir waren geschockt, als eine Frau uns erzählte, dass es ihr nichts ausmachen würde, wenn ihr Mann eine zweite Frau hätte. Im Gegenteil, sie würde sich freuen, da sie dann weniger Arbeit zu erledigen hätte. Für uns war diese Vorstellung keineswegs nachvollziehbar und in dieser Sichtweise hatten wir im Vorfeld gar nicht über dieses Thema nachgedacht.
Die Machtposition der Männer wird auch beim Thema Geschlechtsverkehr und Verhütung deutlich. So bleibt den Frauen oftmals nur die Möglichkeit, die Pille zu nehmen, welche aber wie auch die anderen Arzneimittel in afrikanischen Ländern sehr teuer ist. Folglich bringt die burkinische Frau durchschnittlich sechs Kinder zur Welt, in Tamiga hat die kinderreichste Familie 12 Kinder.
Die Frauen nahmen ihre für uns untätigen Männer in Schutz und wiesen auf deren Verantwortung für das Vieh hin. Die für uns ungerechte Arbeitsverteilung empfanden sie als ganz normal.

Fehlende WundbehandlungZum Abschluss unseres Tamiga-Besuchs sahen wir uns auch den Unterricht der Schüler an. Die drei Lehrer hatten mit ihren Klassen Unterrichtsvorführungen vorbereitet und wir belohnten Schüler mit guten Lernleistungen mit kleinen Geschenken.
Nach dem Besuch des Unterrichts gingen wir hinaus, um den Schülern ein paar Bonbons zu schenken.
Diesen Moment werden wir wohl nie vergessen. Die Kinder kamen auf uns zugestürmt, drängelten und rissen uns die Süßigkeiten aus den Händen. Sie kämpften um die kleinen Kostbarkeiten und wir bekamen in Folge der Rangeleien ein paar Kratzer ab. Mit diesem Verhalten der Kinder hatten wir überhaupt nicht gerechnet und wir fühlten uns mit der Situation völlig überfordert.

Der Abschied nahte, dem wir mit gemischten Gefühlen entgegensahen. Einerseits wollten wir gar nicht gehen und die vielen Kinder, Frauen und Männer in ihrer häufig ausweglosen Situation alleine lassen, doch andererseits freuten wir uns auch auf unser Zuhause, auf unsere Familie und unser eigenes Bett. Wir fuhren zurück; erst nach Kongoussi, dann nach Ouaga.

Dort empfing uns unser Hotelportier herzlich. Wir erkannten, um wie viel luxuriöser das zunächst kritisierte Hotelleben in der Hauptstadt im Vergleich zum Aufenthalt in Tamiga war. All das, was uns vorher manchmal ein bisschen Kopfschmerzen bereitet hatte, war jetzt unwichtig. Bereits hier haben wir erfahren, wie sehr sich unsere Einstellung zum afrikanischen Leben verändert hat.

Bevor wir am 13. Januar (2007) die Heimreise antraten, hatten wir die Möglichkeit, Katrin Rohde zu treffen, die vor über 10 Jahren nach Burkina Faso ausgewandert war, um dort ein Projekt für Waisenkinder ins Leben zu rufen. Sie hat mit unglaublicher Hartnäckigkeit und Lebensmut das geschafft, woran sich viele versuchen. Ihr Projekt 'A.M.P.O.' hat sich zu einer Hilfsorganisation erweitert, die heute weltweit bekannt ist. Bei Katrin finden Kinder und die Randgruppen der Bevölkerung ein Zuhause. Sie ist ein außergewöhnlicher Mensch und ihre Persönlichkeit greift auch auf alle über, die mit ihr zusammen leben. So viele lachende, selbstbewusste Mädchen wie an diesem Tag haben wir danach nicht noch einmal in Afrika gesehen. Das, was eine einzelne Person aus dem Nichts schaffen kann, macht jedem Mut, der sich in vergleichbaren Projekten engagiert. Auch die Tatsache, dass man es ihr ermöglicht hat, in diesem Land etwas zu verändern, gibt uns die berechtigte Hoffnung, dass unser Projekt etwas bewegen kann. Wenn es auch immer kleine Veränderungen sein werden, im Hinblick auf die Größe der Probleme, mit denen man in einem Land wie Burkina Faso konfrontiert wird, so ist die Größe auch immer davon abhängig, welchen Stellenwert sie in unserem Leben einnehmen und das wird wohl für immer ein großer bleiben.

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