Projektbeschreibung
Die Entstehung des Projektes
1992 befasste sich ein Politik-Leistungskurs mit Entwicklungspolitik. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten dabei den Wunsch, konkrete Hilfe für Menschen in Entwicklungsländern zu leisten. So entstand die Idee zum „Tamiga-Projekt“. Grundsätze des Projektes sind Achtung und Verständnis gegenüber der Kultur und der Lebensweise der Menschen in Entwicklungsländern. Dazu braucht es direkte Kontakte und die Bereitschaft auch auf deutscher Seite, sich zu entwickeln und den eigenen Horizont zu erweitern. Zwei Informationsreisen 1995 und 1996, an denen Schüler und Lehrer teilnahmen, dienten sowohl der Konkretisierung des Vorhabens, eine Schule in Tamiga zu bauen, als auch der Begegnung mit den Menschen und ihrer Lebensweise. Die Reise wurde von den Teilnehmern selbst finanziert. Die ersten Spenden wurden in Abstimmung mit dem Deutschen Entwicklungsdienst in die Sanierung von Brunnen und einer Schule aus einem Nachbarort investiert. In Deutschland wurden Diavorträge und Projekttage veranstaltet, um über das Projekt zu informieren. 1999 wurde auf einer weiteren Reise der Grundstein für den Bau einer ersten Klasse gelegt. Das Vorhaben war mit den lokalen Behörden und dem zuständigen Gouverneur abgesprochen. Ab 1999 sammelten die Projektbeteiligten in einem Netzwerk vieler schulischer Aktionen mit Weihnachtsbasaren, CD-Projekten, Infoständen, Spendenläufen oder Theater- und Musikveranstaltungen über 203.000 Euro an Spendengeldern. Mittlerweile können in der Schule in Tamiga sechs Klassen unterrichtet werden. Das Projekt wurde finanziell mit 15.000 Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt. Ein Förderverein, der von Lehrern und Schülern gegründet worden ist, verwaltet die Spendengelder.
Die Ziele
Bau einer Grundschule und Verbesserung der Lebensbedingungen in Tamiga, einem Dorf in Burkina Faso am südlichen Rand der Sahelzone. Dabei sollen direkte Kontakte helfen, die Menschen und ihre Situation verstehen zu lernen. Entwicklung soll als Entwicklung von Menschen verstanden werden.
Was wurde erreicht?
Tamiga, das ist ein Dorf mit ungefähr 1000 Bewohnern im westafrikanischen Burkina Faso in der Provinz Bam. In den Dorf gab es keine Schule. Burkina Faso ist das drittärmste Land der Erde und hat einen Alphabetisierungsgrad von ca. 23 %. Für die positive Entwicklung des afrikanischen Kontinents ist es unabdingbar, dass alle Kinder eine obligatorische Grundschulbildung erhalten und auch beenden. Durch das nachhaltige Engagement vieler Schülerinnen und Schüler und einiger Lehrer am Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht konnte in dem Dorf eine dreiklassige Primarschule aufgebaut werden, in der zurzeit 191 Mädchen und Jungen regelmäßig durch drei Lehrer unterrichtet werden. Eine Aufstockung auf sechs Klassen ist zurzeit im Bau. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung in Tamiga waren der Aufbau einer Getreidebank und der Bau von Brunnen. Der Neuaufbau der von einem Wirbelsturm zerstörten Gesundheitsstation konnte 2008 abgeschlossen werden.
Wo liegt Tamiga?

Weitere Ziele
Regelmäßige Reisen nach Tamiga zeigen, dass sich das Engagement der Schüler, afrikanischen Kindern zu helfen, das Lesen und Schreiben zu erlernen, lohnt. Es ist geplant, die Primarschule zu einer sechsklassigen Schule auszubauen, sodass jeder Jahrgang einen eigenen Klassenraum hat. Leistungsstarken Schülern und Schülerinnen wird der Besuch weiterführender Schulen durch Stipendien ermöglicht. Wünschenswert ist auch der Aufbau eines beruflichen Ausbildungsganges.
Die Reise nach Tamiga im Jahr 2003 hat jedoch auch deutlich gemacht, dass nicht nur Bildungsarbeit von Nöten ist, sondern aufgrund schlechter Ernten auch Hungerhilfe. Daher wurde der Aufbau einer selbstverwalteten Getreidebank finanziert. Die Bewohner Tamigas kaufen z.B. Hirse dann ein, wenn sie auf dem Markt günstig angeboten wird und geben sie zum Einkaufspreis wieder ab, wenn sie knapp und teuer ist.
Die vorhandene Gesundheitsstation wurde im Herbst 2006 durch einen Wirbelsturm vollständig zerstört. Die Steuerungsgruppe des Dorfes hat bei unserem Besuch im Januar 2007 den Neuaufbau der Station als besonders dringlich bezeichnet. Inzwischen wurde eine neue Gesundheitsstation für 13.000 € neu aufgebaut. Eine Dorfbewohnerin und ein Dorfbewohner wurden bereits zu Gesundheitshelfern ausgebildet.
Im Nachbarort Nassere gibt es eine vom Staat unterhaltene Gesundheitsstation, die dringend saniert werden muss. Bei unserem Besuch im Januar 2009 wurde erörtert, ob und wie Hilfen für eine verbesserte medizinische Grundversorgung für den Ort und damit auch für die Bewohner Tamigas gegeben werden könnten.
Schülerinnen und Schüler, die einen erfolgreichen Besuch der Primarschule nachweisen können, soll der Besuch einer weiterführenden Schule im Nachbardorf ermöglicht werden. Es wäre denkbar, dieses Lyceum beim weiteren Ausbau zu unterstützen.
|