Umfrage
Meine Meinung zum Thema Afrika - Interpretationen zu ausgewählten Umfrageergebnissen:
Die Tamiga-AG hat im Rahmen eines UNESCO-Projekttages 1338 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht zu ihren Einstellungen und Meinungen zum Thema „Afrika“ befragt. Die Idee für die Aktion entstand bei der Beschäftigung mit dem Material „Gemeinsam für Afrika 2007“. Dieses Material lieferte auch die Vorlage für die 22 ausgewählten Fragen.
Hier können Sie die Fragen nachlesen und die Gesamtergebnisse der Umfrage abrufen!
Es war uns bewusst, dass es sehr schwierig werden würde, Fragen vorzulegen, die von den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5 bis 12 inhaltlich verstanden und einer gewissenhaften persönlichen Analyse unterworfen werden. Die inhaltliche Reduktion sollte aber nicht so weit gehen, dass vorrangig „Stammtischmeinungen“ wiedergegeben werden.
Aussage 2: Afrika finde ich wichtig, weil ich nicht möchte, dass immer mehr Afrikaner als Flüchtlinge nach Europa kommen.
Diese Aussage wurde in den meisten Fällen mit „ich halte es für wenig zutreffend“ kommentiert. Man erkennt also, dass den Schülern das Flüchtlingsproblem nicht wichtig ist, vielleicht sogar, dass es für sie so gar nicht besteht. Wir vermuten, dass eine ältere Generation diese Frage mit mehr Zustimmung beantwortet hätte. Ökonomische Gründe?
Aussage 4: Afrika finde ich wichtig, weil Afrika ein guter Absatzmarkt für europäische Waren werden kann.
Anhand der Antworten der jüngeren Schüler ( „halte ich für wenig zutreffend“) können wir erkennen, dass diese die Thematik noch nicht ausreichend beurteilen können und somit mit dieser Frage überfordert waren. Die älteren Schülerinnen und Schüler schätzen die Kaufkraft des afrikanischen Marktes vermutlich gering ein.
Aussage 5: Afrika finde ich wichtig, weil ich die Musik aus Afrika liebe.
Diese Aussage bekam wenig Zustimmung. Wir interpretieren dies so, dass die Aussage für die Schülerinnen und Schüler eine geringe Bedeutung hat, da sie nur geringe Berührungspunkte zur afrikanischen Kultur haben.
Aussage 6: Afrika finde ich wichtig, weil ohne Afrika der Kampf gegen AIDS nicht gewonnen werden kann.
Wir hätten bei dieser Aussage eine große Zustimmung erwartet. Dies war nicht der Fall, da vermutlich nach wie vor Aufklärungsarbeit bei der jüngeren wie auch der älteren Generation zum Thema Aids notwendig ist.
Aussage 7: Afrika finde ich wichtig, weil Afrika uns daran erinnert, dass nicht alle Menschen genug zum Leben haben.
Diese Frage erhielt die höchste Zustimmung. Daran lässt sich erkennen, dass das Klischee „Afrika = Hunger“ in den Köpfen der Menschen vorherrscht. Dies wird durch öffentliche Hungerbilder Afrikas zur Einwerbung von Spenden noch verstärkt.
Aussage 8: Afrika finde ich wichtig, weil unsere Fußballspieler von deren Ballgefühl viel lernen können.
Wir hätten erwartet, dass diese Aussage kaum Zustimmung erhält. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Schülerinnen und Schüler die Frage beantwortet haben, muss in Frage gestellt werden.
Aussage 9: Afrika finde ich wichtig, weil wir Deutschen dort Menschen entdecken können, die wirklich Grund hätten zu jammern.
Auch dies wurde mit großer Zustimmung beantwortet. Die Aussage passt in das Bild, welches wir von Afrika haben.
Aussage11: Afrika ist selber schuld, weil die Leute zu viele Kinder kriegen und diese nicht ernähren können.
Diese Frage wurde mit 3,3 im Durschnitt am schlechtesten in diesem Block bewertet. Für die Schülerinnen und Schüler scheinen die vielen Kinder kein Problem Afrikas zu sein.
Aussage12: Afrika ist selber schuld, weil dort ständig Krieg geführt wird.
Die Mädchen der Oberstufe sind deutlich weniger der Meinung, Afrika sei aus diesem Grund selber schuld, als ihre Klassenkameraden. Im 7. Jahrgang ist dies genau umgekehrt, die Mädchen sehen dies eher als einen Grund für Afrikas Armut.
Aussage14: Afrika ist selber schuld, weil die Wirtschaft unproduktiv und dadurch im globalen Handel nicht wettbewerbsfähig ist.
Es scheint, dass sich die Jahrgänge 5 bis 9 unter den Begriffen der unproduktiven Wirtschaft und der Wettbewerbsfähigkeit im globalen Handel nicht viel vorstellen konnten, größtenteils wurde hier einfach die 3 angekreuzt. In der Oberstufe sind die Jungen im Vergleich zu den Mädchen eher der Meinung, Afrika sei selber schuld, weil die Wirtschaft unproduktiv und dadurch im globalen Handel nicht wettbewerbsfähig sei.
Aussage 16: Afrika ist selber schuld, weil es an Demokratie fehlt und die Mehrheit der Menschen politisch nicht beteiligt ist.
Mit einem Durchschnitt von 2,2 ist diese Frage in diesem Block als überwiegend positiv zustimmend bewertet worden. Viele zogen den Vergleich zu den westlichen Ländern, die demokratisch sind, und sahen, dass es den afrikanischen schlechter geht.
Aussage 17: Der Westen ist schuld, weil er im Kolonialismus die Gesellschaften der „Dritte Welt-Länder“ zerstört hat.
Diese Aussage wurde von einem Großteil der Befragten als überwiegend richtig bewertet, es ist also davon auszugehen, dass die Schüler den Kolonialismus mit dem Sklavenhandel in Verbindung bringen.
Aussage 19: Der Westen ist schuld, weil seine Nahrungsmittelhilfe die dortige Landwirtschaft zerstört.
Die eher neutrale Bewertung dieser Aussage lässt darauf schließen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht einschätzen können, wie genau die Nahrungsmittelhilfe in Afrika durchgeführt wird.
Aussage 22: Der Westen ist schuld, weil Afrika auf Weltebene (UN, Weltbank, Internationaler Währungsfond) zu wenig Mitspracherecht hat.
Die Zustimmung lässt vermuten, dass die Schülerinnen und Schüler Afrika auf internationaler Ebene mehr zutrauen und Afrika gerne mehr Verantwortung übertragen würden, um über die eigene Entwicklung stärker mitentscheiden zu können.
Im Folgenden werden die Umfrageergebnisse spezifiziert nach Jahrgängen präsentiert.