Daten
Ein Vergleich der sozialen und demografischen Daten Burkina-Faso - Deutschland
| |
Burkina-Faso |
Deutschland |
| Bevölkerung Mitte 2007 in Mio. |
14,8 |
82,3 |
| Geburten pro 1.000 Einwohner |
45 |
8 |
| Todesfälle pro 1.000 Einwohner |
15 |
10 |
| Natürliche Wachstumsrate in Prozent |
3,0 |
-0,2 |
| Bevölkerungsprojektion in Mio. 2025 |
23,7 |
79,6 |
| Bevölkerungsprojektion in Mio. 2050 |
37,5 |
71,4 |
| Säuglingssterblichkeit |
81 |
3,8 |
| Gesamtfruchtbarkeitsrate |
6,2 |
1,3 |
| Bevölkerung < 15 Jahre in Prozent |
47 |
14 |
| Bevölkerung > 65 Jahre in Prozent |
3 |
19 |
| Lebenserwartung bei der Geburt in Jahren (gesamt) |
51 |
79 |
| Lebenserwartung bei der Geburt in Jahren (männlich) |
49 |
76 |
| Lebenserwartung bei der Geburt in Jahren (weiblich) |
52 |
82 |
| Städtische Bevölkerung in Prozent |
16 |
75 |
| Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen, 2005/06 in Prozent |
2,0 |
0,1 |
| Verheiratete Frauen (15 - 49 J.), die Familienplanung anwenden, ges. |
14 |
75 |
| Verheiratete Frauen (15 - 49 J.), die Familienplanung anwenden, mod. Methoden |
9 |
72 |
| Regierungseinschätzung des Fertilitätsniveaus |
Hoch |
zu niedrig |
| Bruttosozialprodukt bei Kaufkraftparität pro Einwohner, 2006 in US-$ |
1.330 |
31.280 |
| Anteil der Kinder < 5 Jahre, die untergewichtig sind |
35 |
- |
| Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro Kopf 2002 in Tonnen |
0,1 |
10,5 |
DEFINITIONEN
Bevölkerung Mitte 2007
Schätzungen basieren auf den neuesten Volkszählungen, offiziellen Angaben der einzelnen Länder oder Projektionen der Vereinten Nationen oder des U.S. Census Bureau. Die Auswirkungen von Flüchtlingswanderungen, großen Zahlen von Gastarbeitern und Bevölkerungsschwankungen, die durch politische Ereignisse hervorgerufen wurden, werden soweit wie möglich berücksichtigt.
Geburten- und Sterberate
Jährliche Geburten- und Sterberate pro 1.000 Einwohner bezogen auf die gesamte Bevölkerung.
Natürliche Wachstumsrate
Die Geburtenrate minus der Sterberate ergibt die jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung, ohne die Auswirkungen von Migration mit einzubeziehen. Sie wird in Prozent ausgedrückt.
Bevölkerungsprojektion für 2025 und 2050
Bevölkerungsschätzungen, die sich auf annähernd realistische Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Fertilität, Sterblichkeit und Migration beziehen. Diese Schätzungen basieren auf offiziellen Projektionen der Länder oder Berechnungen der Vereinten Nationen, des US. Census Bureau oder des Population Reference Bureau.
Säuglingssterblichkeit
Jährliche Anzahl der Todesfälle von Säuglingen im ersten Lebensjahr pro 1.000 Lebendgeborene. Angaben, die in Dezimalzahlen gemacht werden, weisen auf vor-
handene und vollständige offizielle Statistiken hin; alle anderen Angaben sind Schätzungen, die den oben genannten Quellen entnommen sind.
Gesamtfruchtbarkeitsrate
Durchschnittliche Anzahl von Kindern, die eine Frau in ihrem Leben gebärt, wenn die heutige altersspezifische Geburtenrate während ihrer fruchtbaren Jahre (zwischen dem 15. und 49. Lebensjahr) konstant bleibt.
Bevölkerung unter 15 Jahren/über 65 Jahren
Anteil der Gesamtbevölkerung, der zu den entsprechenden Altersgruppen gehört. Diese werden oft auch als „abhängige Altersgruppen" bezeichnet.
Lebenserwartung bei der Geburt
Durchschnittliche Lebenserwartung eines Neugeborenen nach den heutigen Sterberaten.
Städtische Bevölkerung
Anteil der Gesamtbevölkerung, der in Gebieten lebt, die in dem jeweiligen Land als „Städte" bezeichnet werden. Grundsätzlich wird eine Bevölkerung, die in Städten mit mindestens 2.000 Einwohnern, in der Hauptstadt eines Landes oder in einer Provinzhauptstadt lebt, als „städtisch" bezeichnet.
Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen (15-49 Jahre)
Geschätzter Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen in den Jahren 2005/2006. Die Daten stammen hauptsächlich aus 2006 Report on the Global AIDS Epidemic. Zusätzlich wurden Daten der Demographic and Health Surveys der letzten Jahre verwendet.
Verwendung von Verhütungsmitteln
Anteil der Frauen im gebärfähigen Alter, die entweder verheiratet sind oder in eheähnlichen Verhältnissen leben und irgendeine Form von Familienplanung betreiben. „Moderne" Methoden sind Pille, Spirale, Kondom oder Sterilisation. Die Daten stammen aus aktuellen repräsentativen Stichprobenuntersuchungen wie etwa den Demographic and Health Surveys, den Reproductive Health Surveys und Levels and Trends of Contraceptive Use as Assessed in 2005 der UN-Bevölkerungsabteilung. Weitere Quellen sind nationale statistische Organisationen sowie die Datenbanken der UN-Bevölkerungsabteilung und des U.S. Census Bureau.
Regierungseinschätzung des Fertilitätsniveaus
Dieser bevölkerungspolitische Indikator zeigt die offizielle Position der Regierung des jeweiligen Landes zur nationalen Geburtenrate. Die Daten stammen hauptsächlich aus World Population Policies, 2005 der UN-Bevölkerungsabteilung.
Bruttosozialprodukt bei Kaufkraftparität (KKP) pro Einwohner, 2006 (US-$)
Das Bruttosozialprodukt (BSP) bezeichnet das gesamte Ergebnis des Wirtschaftsprozesses in einem Staat während eines Jahres. BSP bei KKP ist das zum KKP-Wechselkurs in internationale Dollar umgerechnete BSP. Bei Anwendung des KKP-Kurses hat ein Dollar die gleiche Kaufkraft bezogen auf das BSP der USA. Damit lässt sich der relative Wohlstand der Menschen in unterschiedlichen Ländern besser vergleichen. Schätzungen des BSP bei KKP stammen von der Weltbank.
Anteil der Kinder (< 5 Jahre), die untergewichtig sind
Anteil der Kinder jünger als fünf Jahre, deren Gewicht mindestens zwei Standardabweichungen unter dem Gewicht liegt, das für ihr jeweiliges Alter als Durchschnitt angenommen wird. Grundlage hierfür sind die Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Quelle: WHO Global Database on Child Growth and Malnutrition sowie zusätzliche Daten anderer Länderstudien.
CO2-Emissionen pro Kopf (in Tonnen)
Menge von Kohlendioxid, in Tonnen, die pro Kopf in einem Land oder einer Region produziert bzw. ausgestoßen wird. Die hier ausgewiesenen Daten umfassen auch das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von festen, flüssigen und gashaltigen Brennstoffen sowie der Zementproduktion freigesetzt wird. Keine Berücksichtigung fanden Abgase, die durch Landnutzungsänderung sowie im internationalen Verkehr (Luft- und Schifffahrt) verursacht werden.
Burkina Faso: Politisches System, Kultur, Wirtschaft und Bildung
Burkina Faso wird ausgehend von der mehrfach geänderten Verfassung von 1991 als präsidiale Republik geführt „mit einem auf fünf Jahre direkt gewählten Staatsoberhaupt [seit 1987 Blaise Compaoré] an der Spitze“
[2]. Dieser ernennt das Kabinett, welches unter Vorsitz des Ministerpräsidenten steht (seit Juni 2007 Tertius Zongo). Die Legislative (Nationalversammlung) setzt sich aus 111 auf fünf Jahre gewählten Volksvertretern zusammen. Dabei sind die Regierungspartei CDP (Congrès pour la Démocratie et le Progrès) und die liberale Oppositionspartei ADF-RDA (Alliance pour la Démocratie et la Fédération-Rassemblement Démocratique Africain) die wichtigsten Parteien im Staat. „Da [allerdings] die Opposition in viele kleine Parteien zersplittert ist, kann sie kein wirkliches Gegengewicht zu Präsident Campaoré bilden.“
[3]
Das Rechtssystem wurde auf Grundlage von dem Frankreichs entwickelt.
Insgesamt ist Burkina Faso in 13 Regionen gegliedert. Diese unterteilen sich in 45 Provinzen.
· Kultur
„Musik spielt im Leben der Burkinabè eine sehr große Rolle. Die traditionellen Musikinstrumente haben geistliche und kulturelle Wichtigkeit, besitzen aber auch musikalischen Wert. Musik ist Teil eines jeden wichtigen Ereignisses im Leben der Burkinabè. Auch Filme bilden die kulturelle Identität des Landes. Als Gastgeber des alle zwei Jahre stattfindenden panafrikanischen Filmfestivals von Ouagadougou (Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou FESPACO), ist die burkinische Hauptstadt die unbestrittene Filmmetropole Afrikas.“
[4]
Wirtschaft
Burkina Faso ist eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt und lässt sich zur Gruppe der HIPC (Heavily Indebted Poor Countries), der „hochverschuldeten Entwicklungsländer“, zählen. Es besitzt nur wenige natürliche Ressourcen und der Großteil der Bevölkerung (ca.80%) lebt von der Landwirtschaft. Dabei sind Baumwolle, Erdnüsse, Sorghum (Sorgho), Hirse, Mais und Reis die verbreitesten Erzeugnisse.
„Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Kaufkraftparität (PPP) betrug 2005 etwa 16,6 Milliarden US-Dollar, was einem Wert von 1200 Dollar pro Kopf entspricht. Der Anstieg des BIP im Jahre 2005 betrug 7,1 %, die Inflationsrate 2004 2,8 %. Das Wirtschaftswachstum kommt allerdings nur einer kleinen, von Mossi dominierten Schicht in den städtischen Zentren zugute. Ungefähr 61 % der Bevölkerung müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen.“
[5]
„Burkina Faso besitzt nur wenig natürliche Ressourcen. Die Mehrheit der Bevölkerung (ca. 80%) lebt von der Landwirtschaft. Die am verbreitesten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind Baumwolle, Erdnüsse, Sorghum (Sorgho), Hirse, Mais und Reis. Zusammen mit Mali, Niger und Tschad hat Burkina Faso Druck auf die Welthandelsorganisation (WTO) ausgeübt, damit diese die Baumwollsubventionen in Europa und den USA einschränkt. Diese Subventionen erschweren den Baumwollexport aus Westafrika und Burkina Faso. Die Burkinabè leiden unter der aktuellen Erhöhung der Lebensmittelpreise, was sich vermutlich auch auf die Wirtschaft auswirken wird. Das Land tut sich immer noch schwer hinsichtlich seiner Exporte, was vor allem an den Trockenperioden und den Überschwemmungen in der Regenzeit, aber auch an den Subventionen im Ausland liegt. Burkina Faso hat Auslandsschulden in Höhe von 1,33 Mio. US$, für die es jährlich sehr hohe Zinsen zahlen muss.“
[6]
„Die Landwirtschaft liefert für den Export Baumwolle (über 63% der Gesamtausfuhr), Sesam, Erdnüsse und Tabak. Die Viehzucht ist mit 11% am Export beteiligt. Der Fischfang spielt für den Inlandsmarkt eine große Rolle. Es gibt reiche Vorkommen an Manganerzen, Phosphat und Kalkstein. Im Südosten des Landes wird Gold abgebaut, das rund 8% der Gesamtausfuhr ausmacht. Die Industrie ist schwach entwickelt. Sie verarbeitet hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse, daneben gibt es Metall- und Holz verarbeitende Industrie. Kunsthandwerkliche Kleinbetriebe jeder Art sind weit verbreitet und stehen auf einer hohen Stufe.
Dem Flugverkehr kommt, besonders in der Regenzeit, wachsende Bedeutung zu. Internationale Flughäfen gibt es in Ougadougou und Bobo-Dioulasso, daneben gibt es zahlreiche Landeplätze für den Inlandverkehr.“
[7]
Bildung
„Wie die Alphabetisierung, leidet auch die Schulbildung Burkina Fasos unter mehreren Problemen. Verfassungsgemäß sollte der Schulbesuch während der Schulpflicht (bis zum 16. Lebensjahr) kostenlos sein. In Wirklichkeit besuchen lediglich 44% der Kinder und Jugendlichen eine Schule. Verschiedene Gründe tragen zu dieser Situation bei: Die Kosten für den Schulbesuch und für die Materialen sind für viele Familien zu hoch, also unerschwinglich. Außerdem verliert eine Familie im Haus oder auf dem Feld eine Arbeitskraft, wenn sie ein Kind zur Schule schickt.
Noch weniger Burkinabè erreichen eine weiterführende Schule. Es gibt drei Universitäten, aber letzten Endes erhalten nur 2,4% der Bevölkerung eine universitäre oder ähnliche Ausbildung.
Der Stand der Frau in der burkinischen Gesellschaft ist dem des Mannes weit unterlegen und die Alphabetisierungsrate unter Frauen ist deutlich niedriger, als bei Männern. Im ländlichen Milieu sind 92% der Frauen Analphabetinnen.“
[8]
[1] Vgl. http://www.laender-lexikon.de/Burkina_Faso_%28Politisches_System%29
[2] Siehe http://www.laender-lexikon.de/Burkina_Faso_%28Politisches_System%29
[3] Siehe: http://www.laender-lexikon.de/Burkina_Faso_%28Politisches_System%29
[4] http://apsburkinafaso.com/de/pays_de/culture_de.php
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Burkina_Faso unter „Wirtschaft“
[6] http://apsburkinafaso.com/de/pays_de/economie_de.php
[7] http://afrika.heimat.eu/BurkinaFaso.htm
[8] http://apsburkinafaso.com/de/pays_de/education_de.php