Natur AG
Die Wildnis am GZE in Bad Zwischenahn
Das GZE wurde auf eine grüne Wiese gebaut, dabei sind 80 % der Fläche mit Beton und Asphalt versiegelt worden. Hier setzt seit 20 Jahren die Arbeit der Natur-AG mit ihren Projekten an.
In weiten Teilen des Schulgeländes sind die Ergebnisse zu sehen: Vielfältige Lebensräume sind entstanden, ein bunter, abwechslungsreicher Schulhof ist entstanden und verändert sich immer wieder. Wir haben keinen botanischen Garten bzw. einen eingezäunten und gepflegten Schulgarten, sondern Wildnis in vielen kleinen Bereichen und einen frei zugänglichen, immer wieder neu aussehenden Schulgarten, in dem es auch mal etwas nach Mischkultur aussehen darf. Außerdem engagieren wir uns außerhalb der Schule durch Projekte des Schleiereulenschutzes.
Aktuell im Januar 2012: Auf dem Gelände des GZE nisteten 2011 23 Vogelpaare in den von der AG aufgehängten Nistkästen. Neben Blaumeisen, Staren, Kohlmeisen und Spatzen nutzen auch einige Eichhörnchen die Kästen. Insgesamt waren nur 34% der Kästen besetzt, ein für die Vogelwelt ziemlich schlechtes Ergebnis, wenn man als Vergleich die 64% aus dem Vorjahr heranzieht. Im Februar werden wir das Insektenhotel fertigstellen und einen Schleiereulenkasten in Dänikhorst aufhängen. Da einer der Kästen in Petersfehn für Schleiereulen nicht mehr zugänglich ist, wird dieser Kasten unser 25.er sein.
Nisthilfen für Vögel
6 Nistkästen für verschiedene Vogelarten hängen im Gelände rund um das Gymnasium. Die Kontrollen haben für 2011 ergeben, dass etwa 34 % der Nistkästen belegt waren. Im Vergleich zu den 64% im Vorjahr ein schlechtes Ergebnis. Einige der Kästen, die wir in den Wintermonaten produzieren, werden gewinnbringend verkauft. Die Überschüsse dienen der Finanzierung der Projekte der AG zur Belebung des Schulgeländes. So sind zwei Mehlschwalben - Nisthöhlen sowie fünf Mauersegler - Kästen angeschafft und von der Zwischenahner Feuerwehr in luftiger Höhe am Schulgebäude angebracht worden.
Im Sommer 2009 zog in einer der Mehlschwalben-Nisthöhlen ein Baumläufer-Paar seine Jungen groß. Durch Baumfällaktionen auf dem Schulgelände kommt es immer wieder zu Verlusten bei den Nistkästen.
Unter dem Neubau - Dach in Bad Zwischenahn wartet seit 2003 ein Eulennistkasten auf den Einzug von Schleiereulen. Ab 2003 wurden als Beitrag zum Naturschutz außerhalb der Schule in verschiedenen Orten (Gristede (3), Aschhauserfeld (3), Scheps (3), Ekern (2), Petersfehn (2), Dänikhorst, Kayhausen, Specken, Rostrup, Wiefelstede, Friedrichsfehn (2), Portsloge (2), Husbäke und Querenstede) 24 selbst gebaute Schleiereulenkästen angebracht.
2011 haben wir unseren vorerst letzten Schleiereulenkasten - den 25. - aufgehängt. Weitere Kästen würden unsere Kapazitäten der alljährlich erforderlichen Kontrollen übersteigen.
2011 wurden in acht von den 25 Kästen mindestens 33 Jungeulen aufgezogen.
2003 erhielt die AG für ihre vielfältigen Naturschutzprojekte den Heinz-Sielmann-Schulpreis.

Bau der einzelnen Seitenteile der Schleiereulenkästen
Januar 2011: Montage des 25. Schleiereulennistkastens in Portsloge ist gelungen

Kontrolle eines Kastens

Ergebnis: 3 junge Schleiereulen in Aschhausen
Biotop
300 m² Wildwuchs gibt es am GZE: Teich, Sumpf, Benjes - Hecke, Wiese, Wildstrauch - Hecke. Hier lassen sich vielfältiges Tierleben (Enten, Fische, Amphibien, Wirbellose) und eine Pflanzenwelt, geprägt durch einheimische Arten, beobachten. Dieses natürliche Durcheinander wurde 1999 mit dem Sonderpreis der Zeitschrift "Tierfreund" im Wettbewerb "Wildnis an die Schule!" gewürdigt und 2009 durch den vierten Platz im Wettbewerb "Schulhofdschungel" ausgezeichnet.
2005 entdeckten wir im Schulteich viele Molchlarven und einige junge Molche. Fünf Bergmolche spürten wir im September 2005 in der Kräuterspirale des nahe gelegenen Schulgartens auf.
2007, 2009 und 2010 fanden wir etliche erwachsene Bergmolche in dem Schulteich, im Teich des Unesco-Beetes und im Bachlauf, der sich an einer ganz anderen Stelle des Schulgeländes, vor der Schule, befindet. Im Oktober 2007 entdeckten Schülerinnen der AG wieder einen Bergmolch im Schulgarten unter einer alten Baumwurzel.
Im Teich existiert ein großer Bestand an Wasserpest, die oft im Biologieunterricht der Schule Verwendung findet. Im September 2010 wurden zu stark wuchernde Wasserpflanzen aus dem Teich entfernt, um den Unterwasserpflanzen wie z. B. der Wasserpest mehr Raum zum Leben zu geben.
2011 wurden an interessierte Nachbarn der Schule Ableger von Teich- und Seerosen abgegeben.

Staudenbeete
Während der Projektwoche im September 2005 wurden vom Projekt: Erde, Steine, Pflanzen (eine erweiterte Natur-AG) Staudenbeete angelegt. So entstand im Eingangsbereich ein Beet mit Rhododendren, bei den Fahrradständen ein Teichbeet als Ersatz für das Kraterbeet und auf dem Weg zum Nebengebäude ein gut gelungenes Steinbeet.
"Rhodo-Beet": Dieses Bild hat sich 2011 aufgrund der Vergrößerung der Pausenhalle verändert.
Steinbeet
Als Ergebnis der Unesco-Projekttage 2008 entstand durch Mitglieder der AG ergänzt um einige Schülern der 12.Klasse und durch Unterstützung von Frau Stöhr-Ziebell ein wunderschönes Asiatisches Beet.
24.April 2008 um 07.45 Uhr: Bereich vor der Umgestaltung
25.April 2008 um 13.00 Uhr: Das Asiatische Beet ist fertig
Hier wurden durch Zusammenarbeit von Lehrern und Schülern bei der Planung und Durchführung sowie mit Unterstützung zahlreicher Eltern, des Hausmeisters und des Bauhofes der Gemeinde Bad Zwischenahn sehr schöne, das Schulleben bereichernde Elemente geschaffen.
Während der Unesco-Projekttage im Oktober 2009 entstand im Innenhof ein schönes Marokko-Beet.
Blumenwiesen
Statt Einheitsgrün wildwüchsige Blumenwiesen im Schulgelände!
Drei Rasenflächen wurden abgetragen und selbst gesammelte Wildblumensamen ausgesät. Tausende Blumenzwiebeln (Narzissen, Mini - Narzissen, Krokusse, Schneeglöckchen und Scilla) wurden in die Wiesen eingesetzt. Auf einer Fläche erscheinen im Frühjahr im leuchtenden Narzissen - Gelb die Buchstaben G Z E. Einmal im Jahr werden die Wiesen von Schülern mit der Sense gemäht und im Herbst Wildstauden gepflanzt.
Im Juni 2007 entdeckte Herr Höffmann Orchideen auf einem Rasenstück vor dem Schulgebäude. Dieser auch mit drei Obstbäumen ausgestattete Teil des Schulgeländes wird seitdem nur noch einmal im Jahr gemäht. Leider wurde diese Wiese in diesem Jahr zu früh gemäht, so dass die Orchideen keine Chance zur Bildung von reifen Samen hatten. Insgesamt betreut die AG vier Blumenwiesen auf dem Gelände in Bad Zwischenahn, die drei restlichen Rasenflächen des Schulhofes werden regelmäßig von den Hausmeistern gemäht.
Leider hat die Zusammenarbeit Hausmeister - Lehrer im Frühjahr 2008 überhaupt nicht geklappt. Die Orchideen-Blumenwiese und der Rasen mit den 2000 Krokussen wurden viel zu früh gemäht, obwohl die Beteiligten über die Besonderheiten dieser Rasenflächen informiert worden sind. In den Sommerferien 2008 ist in diese Wiese eine Fluchttreppe für die Chemieräume hinein gebaut worden. Naturnah sieht dieser Bereich jetzt nicht mehr aus!
Die älteste Blumenwiese (Blumenwiese 1) ist in den Sommerferien 2008 aufgrund der Verlegung einer Fernwärmeleitung von dem Realschulgebäude zum Gymnasium in großen Teilen zerstört worden. Wir haben Ende 2008 selbst gesammelte Wildblumensamen ausgestreut sowie Tausende von Blumenzwiebel vergraben.

Blumenwiese 2 im Spätsommer: Stellen Sie sich vor, hier wäre eine schöne kurzgeschnittene Rasenfläche!!!
Blumenwiese 3 mit Margeriten
Herbst 2008: Mehrere Tausend Blumenzwiebeln werden in der Blumenwiese 1 vergraben
Schulgarten
Nicht so gepflegt, aber bunt!
2010 pflanzten die SchülerInnen Kartoffeln ("Kids an die Knolle"), Dicke Bohnen, Zwiebeln und Sonnenblumen. Die Ernte fiel äußerst dürftig aus, dennoch schmeckten die am Lagerfeuer gerösteten Kartoffeln sehr gut.
Jede SchülerIn übernahm ein Beet für die Aussaat einer Sommerblumenart. So entstanden elf verschieden aussehende Beete. Bei der Pflege der Beete gab es intensive Auseinandersetzungen der SchülerInnen mit Franzosenkraut und Vogelmiere, zwei Wildkräutern, die sich in unserem Schulgarten leider sehr wohl fühlen.
Für Stangenbohnen gestalteten die SchülerInnen ein zeltähnliches Rankgerüst. Leider werden an Wochenenden immer wieder Stangen herausgerissen, um von auf dem Schulhof sich langweilenden Jugendlichen als Schlagwerkzeuge zertrümmert zu werden.
Im März 2011 wurde der Schulgarten mit Unterstützung der Großeltern einer Schülerin mit einer ordentlichen Portion Stallmist versorgt.
Hier findet man die aus Steinen und Boden gebauten und schön bepflanzten Rundbeete, die wir "Maulwurfhaufen" nennen.
Im Garten gibt es immer wieder etwas Spannendes zu entdecken: Nachdem wir im letzten Jahr Molche unter Steinen entdeckten, waren es dieses Jahr Igel, die durch schmatzende Geräusche auf sich aufmerksam machten.

AG betrachtet die Dicken Bohnen und die Kartoffeln und diskutiert über den möglichen Ertrag
Wasser pur für den Schulgarten
Bachlauf
Fließendes Wasser begrüßt Schüler und Lehrer am Eingang zur Schule. Die Rasenfläche vor dem Chaos - Baum wurde 2001 durch einen Teich und einen damit verbundenen bachartigen Zulauf ästhetisch aufgewertet. Seit 2001 fließt Wasser bergab, begleitet von plätschernden Geräuschen. Rund um den Bachlauf blühen im Frühjahr gelbe Mini - Narzissen und blaue Krokusse und schaffen so einen schönen Blickfang auf der sonst monotonen Rasenfläche.
Im April 2009 haben wir den Bachlaufteich umgestaltet und meinen die Ursache für die Wasserverluste beseitigt zu haben. Leider ist die Bachlaufpumpe momentar nicht in Betrieb,so dass sich hier nichts bewegt.
G Z E in Scilla-Blau vor dem Bachlauf
Chaos-Baum
Neue Ideen braucht die Schule!
Einer der Höhepunkte der Tätigkeit der AG war das Projekt Chaos - Baum. Ein Baum steht hier Kopf und versucht, dieses Problem aus eigener Kraft zu lösen. Die Konstruktion existiert am GZE seit 1995 und gibt einer Birke die Gelegenheit, in dieser provokanten Stellung zu leben. Nur in sehr trockenen Perioden wird der Baum gegossen. Finanziert wurde dieses Projekt mit den 250 Euro, die die AG als Umweltschutzpreis von der Gemeinde für die ökologische Umgestaltung des Schulgeländes bekommen hat.
Ein Nachbau wurde 2002 auf der Landesgartenschau aufgestellt und ist im Park der Gärten in Rostrup im Themengarten 29: Schulgarten zu sehen.
2006 war der Baum vor der Schule Ziel einer zerstörerischen Aktion, die in letzter Zeit auf unserem Schulhof häufiger auftreten. Seitdem fehlt ihm die eigentliche Spitze, die in den Herbstferien abgebrochen wurde.

Seit 1995: Hängepartie einer Birke
Hühnerhaltung
Kein Projekt wird so extrem beurteilt wie dieses!
Die Hühnerhaltung an unserer Schule ist ein Zeichen für kreative Schulhofgestaltung, die zur Diskussion anregt.
Seit 1998 wird diese Unternehmung auch durch die tatkräftige Unterstützung unseres ehemaligen Schulassistenten Hubert Hofer realisiert. Die Betreuung und Fütterung durch Schüler gelingt gut, an den Wochenenden und in den Ferien übernehmen Lehrer und Hausmeister diese Aufgabe. Teile des 150 m² großen Freigeheges wurden 2006 wegen der Vogelgrippe überdacht, außerdem kontrolliert regelmäßig ein Tierarzt das Wohlbefinden der Hühner. Drei neue Hühner bevölkern seit März 2011 zusätzlich das Hühnergehege im Innenhof des GZE in Bad Zwischenahn, so dass insgesamt wieder fünf Hühner für die Eierproduktion am GZE sorgen.
Dieses Projekt erhöht die Attraktivität des Schulgeländes, belebt das Schulprofil und bietet Anregungen für den Biologieunterricht.
Dafür überreichte uns 1999 der Niedersächsische Landwirtschaftsminister den niedersächsischen Tierschutzpreis.
Hinweis
Interessante Anregungen für die Gestaltung eines Schulgartens finden Sie in: Lernort Schulgarten. In diesem im November 2005 herausgegebenen Buch werden auch Projekte aus unserer Schule dargestellt. Es ist unter der Best.Nr. 5-3910 beim AID (aid-medienshop.de) erhältlich und kostet 17,50 Euro.
Bilder zur Arbeit der AG
Schulgarten mit Hügelbeet
"Maulwurfhaufen" im Schulgarten
Nistkastenkontrolle: "Immer schön der Reihe nach!"

Pflege der Totholzhecke am Schulteich

AG im September 2010 nach dem Entfernen von Wasserpflanzen aus unserem Schulteich: Endlich ist wieder Wasser zu sehen!!

Rasen mit Krokussen vor dem GZE