IPCC
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC; Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über den Klimawandel), auch als Weltklimarat bezeichnet, wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Der Sitz des IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf.
Die Organisation wurde 2007, gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Das IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft, sondern trägt die Ergebnisse der Forschungen in den verschiedenen Disziplinen zusammen, darunter besonders der Klimatologie. Es bildet eine kohärente Darstellung dieses Materials in so genannten Wissensstandberichten ab, englisch "IPCC Assessment Reports".
Vierter Sachstandsbericht des IPCC
| Die vier Szenariofamilien[1], [2] des Fourth Assessment Report des IPCC und die prognostizierte Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur bis 2100 |
| AR4 Summary (PDF) |
Wirtschaftsorientiert
(ökonomisch ausgerichtet) |
Umweltorientiert
(ökologisch ausgerichtet) |
Globalisierung
(homogene Welt) |
A1
(Hohes Wachstum)
(Gruppen: A1T/A1B/A1Fl)
1,4–6,4 °C |
B1
(Globale Nachhaltigkeit)
1,1–2,9 °C |
Regionalisierung
(heterogene Welt) |
A2
(Regionalisierte Wirtschaftsentwicklung)
2,0–5,4 °C |
B2
(Regionale Nachhaltigkeit)
1,4–3,8 °C |
Für die Zukunft erwartet der Bericht eine weiter anhaltende Erderwärmung. Zur Ermittlung der möglichen Bandbreite werden verschiedene Szenarien aufgestellt, die mit jeweils unterschiedlichen Annahmen über Indikatoren wie Bevölkerungsentwicklung oder Wirtschaftswachstum operieren. Die hieraus resultierenden Emissionsszenarien lassen sich in der Regel einer der vier charakteristischen Szenario-Familien (A1 (nochmals unterteilt in die Szenariogruppen A1C, A1G, A1B, A1T), A2, B1, B2) zuordnen. Im günstigsten Szenario B1 beträgt der Anstieg der Durchschnittstemperatur bis zur Dekade 2090-2100 1,8 °C (mit einer wahrscheinlichen Bandbreite von 1,1–2,9 °C), im ungünstigsten Fall A1Fl 4,0 °C (2,4–6,4 °C). In höheren Breiten wird die Temperatur voraussichtlich stärker steigen als in Äquatornähe. Der Meeresspiegel steigt gemäß den zugrunde gelegten Szenarien bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um mindestens 18–38 cm und um höchstens 26–59 cm, wobei einige komplizierte Annahmen über das künftige Verhalten von Eisschilden zugrunde gelegt wurden.[3] Auch der Bericht weist ausdrücklich darauf hin, dass die zur Zeit verwendeten Modelle die vollen Auswirkungen der Änderungen des Eisschildflusses wie auch Unsicherheiten in der Klima-Kohlenstoffkreislauf-Rückkoppelung nicht beinhalten, da zur Zeit der Berichterstellung eine entsprechende Grundlage in der publizierten Literatur fehlte. Ein höherer Anstieg des Meeresspiegels kann daher nicht ausgeschlossen werden.
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| Einige geschätzte Mittel für die Erwärmung der Erdoberfläche |
Erwärmung der Welt von 1980-1999 bis 2090-2099 gemäß dem A1B-Szenario |
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change)