Wissenswertes zum Thema Hochbegabung

 

Wissenswertes zum Thema Hochbegabung


Allgemeine Definition:
Hochbegabung nennt man ein ungewöhnlich hohes Leistungspotenzial auf einem beliebigen Gebiet.
Hochbegabung und Intelligenz sind zwei Begriffe, die schwer voneinander zu trennen sind. Der Begriff der Intelligenz ist jedoch nur schwer zu definieren. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Definitionen zum Begriff Intelligenz. Insgesamt sind sich aber alle einig in folgendem Grundverständnis:
Intelligenz ist die Fähigkeit eines Individuums, Problemsituationen anhand mentaler Erkenntnis- und Denkprozesse und weniger durch Erfahrungswissen konstruktiv zu lösen.
Intelligenz kann man nicht sehen und sie ist nur bedingt messbar. IQ-Tests können immer nur einen Teil abschätzen von dem, was im Alltag unter Intelligenz verstanden wird.
Aus den Ergebnissen solcher Intelligenztests hat man eine Normalverteilungskurve erstellt:
 

Erläuterung der Grafik:
Ca. 13,5% erzielen einen weit unterdurchschnittlichen IQ zwischen 70 und 85 IQ-Punkten,
ca. 68% der Kinder eines Jahrgangs erreichen eine IQ zwischen 85 und 115 Punkten,
ca. 13,5% erzielen einen weit überdurchschnittlichen IQ zwischen 115 und 130 IQ-Punkten,
nur jeweils ca. 2% erreichen einen extrem hohen oder extrem niedrigen IQ von < 70 bzw. >130.
Einen IQ größer 145 erreichen nur noch 0,1% der Altersgruppe.
Unter 100 Kindern eines Jahrgangs sind durchschnittlich 2 besonders begabte Kinder, unter 1000 ein extrem begabtes Kind.

Wenn nun ein Kind besonders intelligent ist, bedeutet das jedoch noch nicht, dass es auch hohe Leistungen erbringt. Zahlreiche äußere Faktoren spielen bei der Entwicklung von Intelligenz zu Hochleistung eine Rolle: Der amerikanische Psychologe Renzulli hat in einem Modell dargelegt, dass Hochleistung nur erzielt wird, wenn die Faktoren Kreativität und Engagement neben der Intelligenz ebenfalls hoch entwickelt sind. Konkret bedeutet das: ein Kind, das hohe intellektuelle Fähigkeiten hat, wird nur dann Hervorragendes leisten, wenn es sich von der Aufgabe angesprochen fühlt und wenn eine kreative Problemlösung gefragt ist.

Drei-Ringe-Modell von Renzulli

Der Münchner Psychologe Heller hat mit seiner Arbeitsgruppe die vielen Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Leistung ausführlicher dargestellt:

 

Betrachtet man diese Faktoren, die alle einen Einfluss darauf haben, wie weit das Potential Intelligenz in eine tatsächliche Hochleistung umgesetzt wird, dann wird schnell klar, dass der Anteil, den Schule dabei hat, zwar wichtig, nicht aber der einzig entscheidende ist.


Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ist daher gefragt und wird sich förderlich auf die Begabung eines Kindes auswirken.