Klimachecker
"Klimachecker" ist ein Wettbewerb der Kommunen, der im April 2009 zu Ende ging. Projektbeschreibung:
"Aufgabe ist es, ab dem Schuljahr 2008/2009 Aktivitäten zu klimafreundlichem und energiesparendem Verhalten in der Schule zu planen, zu dokumentieren und möglichst auch umzusetzen. Hierbei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Von selbsterstellten Aufklebern oder Plakaten, die SchülerInnen zu leicht umzusetzenden Klimaschutzaktivitäten motivieren bis hin zu Energiesparvereinbarungen zwischen Schule und Schulträger (Kommune)."
Quelle: http://www.kuk-nds.de/content,284.html
Unser Beitrag zu diesem Wettbewerb ist noch einmal auf dieser Seite dokumentiert.
Unsere Schule mit den Augen einer Wärmebildkamera gesehen
Die Untersuchung der Wärmedämmung des Schulgebäudes betrachten wir als Teil unseres größeren Projektes, der Installierung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der großen Mehrzweckhalle. Bisher konnten wir mit der Umsetzung dieser Idee nicht beginnen, da der Schulträger eine notwendige Wärmedämmung des Hallendaches noch nicht vorgenommen hat. Mit unseren Bildern und Auswertungen wollen wir die Kommune ermuntern diese Maßnahme so schnell wie möglich vorzunehmen. Außerdem wollten wir versuchen, mit den Aufnahmen weiterer Gebäudeteile Anregungen für sinnvolle Wärmedämmungen zu geben.
Umsetzung der Wettbewerbsidee
Wir haben uns mit Hilfe der Anschubfinanzierung und einigen selbst aufgebrachten Mitteln eine Wärmebildkamera der Marke TKL IC 80 für drei Tage gemietet und mit dieser verschiedenste Aufnahmen von dem Schulgebäude und anderen Objekten gemacht. An ersten Tag haben wir einige „Probe“ - Aufnahmen von heißen und kalten Alltagsgegenständen gemacht, um einen Eindruck von der Darstellungsweise und dem Auflösungsvermögen von Wärmebildern zu bekommen. An den beiden folgenden Tagen haben wir diverse Aufnahmen vom Schulgebäude zu verschieden Tageszeiten gemacht, um die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung auf die Thermobilder zu untersuchen. Zu jeder Aufnahme wurde ein Messprotokoll angelegt, welches u.a. die Außentemperatur, Wetterlage, Himmelsrichtung und ein visuelles Bild enthält. Die Messprotokolle sind unserer Auswertung im Anhang beigefügt.
Anschließend wurden die Daten mithilfe von einige Ratgebern und Fachbüchern ausgewertet und mit Erläuterungen versehen:
Versuche mit der Wärmebildkamera, in: Praxis der Naturwissenschaften, Physik in der Schule, Heft 8/15, Dezember 2008
Leitfaden Thermografie im Bauwesen, Fouad und Richter, Fraunhofer IRB Verlag, 2008
Auswertung der "Probeaufnahmen"
Die folgenden Probeaufnahmen heißer und kalter Alltagsgegenstände zeigen anschaulich die Darstellungsweise von Wärmebildern. Für uns war es sehr erstaunlich, wie die Welt im infraroten Bereich erscheint, wenn die Wärmestrahlung mit Falschfarben sichtbar gemacht wurde.
Man sieht seine Umwelt danach mit anderen Augen.
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PKW nach 20 Minuten (18km) Fahrt
Man erkennt deutlich die Erwärmung der Motorhaube und der Reifen, sowie Bremsscheiben.
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Schräg gestellte Milchpackung
Man erkennt den Füllstand der Milch, weil die Milch kälter ist als die Zimmertemperatur und den Karton bis zur Füllhöhe abkühlt.
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Wärmestrahlung verschiedener Leuchtkörper
Von links nach rechts: Glühlampe, Halogenlampe, Energiesparlampe; jeweils 60W und nach 5 Minuten Betrieb.
Die herkömmliche Glühlampe entwickelt deutlich mehr Wärmeenergie als die anderen beiden.
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2 Schüler, Fenster und Heizung
Auffällig sind die Spiegelungen der Wärmestrahlung der Schüler und Photographen im Fenster.
Sichtbarer Wärmeverlauf (heiß nach kalt) von oben nach unten in dem Heizungskörper.
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Die Wärmedämmung der Mehrzweckhalle
Die Mehrzweckhalle (Baujahr 1976) wird von dem Gymnasium Bad Zwischenahn, der Realschule Bad Zwischenahn und verschiedenen Sportvereinen als Sporthalle sowie für allgemeine Großveranstaltungen genutzt.
Nach Auskunft des kommunalen Gebäudemanagers wurde beim Bau der Halle in den 70er Jahren auf energiesparendes Bauen nicht geachtet, sondern ein möglichst günstiger Bau errichtet. In den letzten Jahren hat die Gemeinde Bad Zwischenahn damit begonnen, Schritt für Schritt ihre Altbauten energetisch zu sanieren. Im letzten Jahr wurde an die Nordseite der Halle eine Mensa für die Hauptschule angebaut. Im Rahmen dieses Anbaus wurde die angrenzende Seite der Sporthalle wärmegedämmt. Die Sanierung der restlichen drei Seiten steht bis heute noch aus. Seit längerer Zeit plant unsere AG die Errichtung einer größeren Photovoltaikanlage (ca. 25 kWp) auf einem Schuldach. Diese soll nach dem Modell einer Bürgersolaranlage durch Lehrer, Eltern und Schüler finanziert werden. Zusammen mit dem Gebäudemanager Herrn Janssen haben wir das Hallendach als sehr geeignet in bezug auf Sonneneinstrahlung und Tragfähigkeit befunden. Leider kann die Gemeinde dieses Dach für uns noch nicht zur Verfügung stellen, da zunächst die notwendige Wärmedämmung des Dachrandes vorgenommen werden muss. Es ist noch nicht klar, ob die Gemeinde in diesem Haushaltsjahr die Mittel für diese Maßnahme zur Verfügung stellen kann. Im April soll im Haushaltsausschuss der Gemeinde über diesen Punkt beraten und abgestimmt werden. Wir wollen mit unseren Aufnahmen zeigen, dass die Wärmedämmung der Nordseite des Hallendaches bereits sichtbare Erfolge gezeigt hat und die weitere Dämmung der restlichen drei Seiten der Gemeinde langfristig Energie und Geld einsparen wird. Unsere Ergebnisse werden wir auch den Gemeindevertretern vorstellen, damit im April positiv über den Antrag entschieden wird.
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In dieser Aufnahme vor Sonnenaufgang ist der Wärmeunterschied zwischen der ungedämmten Hallenseite (rechts) und der sanierten Seite (links) deutlich zu erkennen.
Mit den markierten Flächen hat man einen Vergleich zweier etwa gleich ausgerichteten Flächen, die einmal eine einheitliche (Mensa, unten) und einmal zwei unterschiedlich gedämmte Flächen (Mehrzweckhalle, oben) aufweisen.
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Dieses Tagesbild (ca. 15 Uhr) zeigt eine Verfälschung aufgrund der unterschiedlichen Erwärmung der Oberflächen durch die Sonneneinstrahlung.
Durch die unterschiedlich lange Sonneneinstrahlung erscheinen hier auch bei gleichgedämmten Flächen Temperaturunterschiede.
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Anhand der folgenden Aufnahmen der Mehrzweckhalle scheinen uns weitere Isolierungsarbeiten an dem Gebäude notwendig zu sein. So dichten die Notausgangstüren sehr schlecht ab, wodurch sicher eine große Wärmemenge verloren geht.
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Auf den nächsten beiden Wärmebildern erkennt man deutliche Unterschiede einzelner Gebäudeteile.
Auf zwei Seitenflügeln unserer Schule sind jeweils eine weitere Etage aufgestockt worden. Die obersten Stockwerke sind daher energetisch in einem sehr viel besseren Zustand. Die höheren Wärmeverluste sowohl über das Mauerwerk als auch über die alten Fenster sind in den unteren Stockwerken klar zu erkennen.
Der Schulträger wäre daher gut beraten, in den unteren beiden Etagen so schnell wie möglich die Fenster auszutauschen und die Wände zu isolieren.
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Problematisch erscheint uns weiterhin ein Gebäudeteil mit Glasbausteinen zu sein. Auch hier sind erhöhte Wärmeverluste im Vergleich zu modernen Fenstern deutlich zu erkennen. In der mittleren Etage kann man in dem Wärmebild die Position des den Heizungskörpers hinter den Glasbausteinen gut erkennen.
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