Pädagogisches Konzept: Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht als Ganztagsschule
Die Ganztagsschule ermöglicht, bei entsprechenden materiellen und personellen Vor- und Dauerleistungen, eine andere Landschaft des Lernens. In der Ausbildung für die Zukunft in Deutschland werden Schlüsselqualifikationen eine Rolle spielen, die mit einem entsprechenden Angebot an einer Ganztagsschule mit zeitlich erweiterten Möglichkeiten verstärkt gefördert werden können. Dazu gehören im Besonderen
- Aufbau von Techniken der Beschaffung und Sicherung von Strategie- und Zugriffswissen
- Stärkung der Schülerpersönlichkeit
- Erkenntnis, dass Lernen nicht allein in der Schule stattfindet (Stichwort: Lebenslanges Lernen)
- Vertiefung der im Pflichtunterricht eingeübten Grundtechniken der Kooperation mit Anderen
- Werteerziehung sowohl im religiös-ethischen wie auch im darauf basierenden sozialen Bereich
Eine der wesentlichen Forderungen, die an die Ganztagsschule gestellt werden, ist die Erziehung zur Nachhaltigkeit: Ausgehend von der Tatsache, dass das Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht zwar in der Nähe eines städtischen Zentrums, aber in einem eher ländlich geprägten Raum mit noch zum großen Teil intakten Familienstrukturen liegt, kann das Angebot nur auf dem Prinzip der Freiwilligkeit ruhen. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist, dass man in das Nachmittagsangebot, dort wo es sinnvoll, angemessen und möglich ist, außerschulische Kooperationspartner integriert, um so das vor Ort vorhandene reichhaltige Vereins- und Verbandsleben nicht zu beeinträchtigen. Hier wird der Grundsatz einer Kooperation der am Standort befindlichen (Ganztags-) Schulen verwirklicht - denn nicht nur Gymnasialschüler nehmen das Angebot von Sportvereinen, Musikschulgruppen und außerschulischen war.
Das freiwillige Angebot im Sinne einer Ganztagsschule folgt dem Bildungsauftrag des Gymnasiums. Es besteht aus vier Bereichen:
- Erweiterndes Lernen
- Übendes und unterstützendes Lernen
- Helfendes Angebot
- Sport, Spiel und Musik
Das pädagogische Konzept des GZE nimmt die bereits bestehenden nachmittäglichen Veranstaltungen auf und passt es entsprechend den neuen Gegebenheiten und Anforderungen an. Auch die durch die Vorgaben des neuen Schulgesetzes und der damit verbundenen Erlasslage anstehenden Erweiterungen (besonders Stundenzahlveränderungen bis auf 34+2 Wochenstunden) werden sinnvoll und pädagogisch angemessen umgesetzt werden.
Bislang findet am GZE Pflichtunterricht am Mittwochnachmittag für alle Schüler und Schülerinnen der Klassen 5 bis 13 statt. Die für das Schulleben und die Entwicklung der Kinder wichtigen Arbeitsgemeinschaften haben einen festen Platz am Dienstagnachmittag in der 7. und 8. Stunde (14.00 - 15.40 Uhr). Der Sportunterricht der Oberstufe findet bislang ebenfalls an allen fünf Nachmittagen der Woche statt. Hinzu treten besondere Angebote, die in das starre Zeit- und Organisationsschema der Schule nicht hineinpassen - zu nennen wären hier u. a. Schülerfirmen, die Schülerzeitung, Orchester, Theater-AG sowie die Streicherklasse.
Es muss auch hier noch einmal betont werden, dass die sächliche und personelle Ausstattung auch im freiwilligen Ganztagsangebot absolut gewährleistet sein muss.
Erfahrungen an unserer Schule zeigen, dass die Mittagspause am Mittwoch zwischen 13.25 und 14.00 Uhr, in der die Schülerlinnen und Lehrer/innen in ihren jeweiligen Rückzugsarealen ihr Mittagessen einnehmen, eine ganz eigene Atmosphäre in die Schule bringt - von Kommunikation am Verkaufstresen wie auch in der Pausenhalle geprägt, allerdings auch auf dem Weg in die um den Standort verstreuten Restaurations- und Einzelhandelsbetriebe. Die Pause soll auch in der neuen Planung in der offenen Cafeteria stattfinden, die ausgebaut werden muss. Die Pausenlänge darf 30 Minuten nicht unterschreiten, um sowohl Ess- und Lebenskultur wie auch soziale Strukturen nicht leiden zu lassen.
Die vom Schulträger in Aussicht gestellte Mitbenutzung der Mensa der Hauptschule wird sich in der Praxis als Verbesserung erweisen müssen (mögliches Problem: Akzeptanz durch die Schüler). Die Aufsicht und erzieherische Betreuung in der Mittagspause soll i. d. R. durch pädagogische Mitarbeiter (z.B. durch den Sozialpädagogen der Hauptschule) wahrgenommen werden.
Für die Entspannung (Spazierengehen, Ruhen, Spielen) muss das Schulgelände weiterhin umgestaltet werden. Die bisherige Arbeit der Umwelt AG ist hervorzuheben, die maßgeblich an der Veränderung des Schulhofgeländes gewirkt hat. Für Sportspiele auf dem Schulhof, Rasenfreiflächen und dem Sportplatz ist eine Erweiterung nötig. Hierbei müssen Spiel- und Sportgeräte in der notwendigen Anzahl und Vielfalt bereit gestellt werden. Eine Zielplanung muss zwischen der Gemeinde als Schulträger und den drei betroffenen Schulen schnellstmöglich erarbeitet werden.
Zusammenfassend erfordert das pädagogische Konzept einer Ganztagsschule am Standort Bad Zwischenahn für das GZE die Umgestaltung des Pausenbereichs, der Cafeteria und die Aufstellung neuer Schließfächer. Hinzu treten Erweiterungen in der sächlichen Ausstattung der Schule, die unabhängig von Baumaßnahmen zu gewähren sind. In diesem Zusammenhang muss bedacht werden, dass das Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht eine Schule mit Außenstelle ist. Dies bedeutet, dass, das Angebot für Edewecht (z.B. im AG-Bereich) genauso zugänglich ist wie für Bad Zwischenahn. Hierfür wurde ein Schülertransport eingerichtet.
Die vier Säulen des Konzepts des freiwilligen Angebots sind wie folgt gestaltet:
a) Erweiterndes Lernen
Das erweiternde Lernen wird durch die Teilnahme an Projekten und Arbeitsgemeinschaften ermöglicht. Zeitlich übergreifende Projekte werden mit verbesserten Bedingungen (je ein Nachmittag im Block) angeboten:
- Teilhabe an dem BLK-Projekt Transfer 21 als eines der wenigen Gymnasien in Niedersachsen als sogenannte „Kernschule“ mit dem besonderen Schwerpunkt Partizipation in den Gemeinden Bad Zwischenahn und Edewecht; hier gibt es nach lokaler und zeitlicher Gegebenheit wechselnde Themen, die unter Mitwirkung auswärtiger Fachleute für Schulen aus der Region modellhaft prozess- und ergebnisorientiert bearbeitet werden.
Auf die Zertifizierung des GZE als „Umweltschule für Europa“ seit 2002 (einschließlich dem internationalen Gütesiegel „International Eco-Schools Award Certificate“) wird in diesem Zusammenhang hingewiesen.
- Mitarbeit im Netz der UNESCO - Schulen in dem Bemühen um eine Kultur des Friedens mit den Schwerpunkten Menschenrechte, Toleranz, Demokratie, interkulturelles Lernen, Umwelt, globale Entwicklung und Verantwortung. Die Arbeit erfolgt in Seminarform und an praktischen Aufgaben in Zusammenarbeit mit anderen UNESCO-Schulen weltweit und regionalen Anbietern.
- Tamiga Projekt - ein Schulentwicklungsprogramm in Burkina Faso / Westafrika, das seit 15 Jahren in Kooperation mit dem Verein für Schulpartnerschaften, finanziell gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, besteht. Diese Organisationsform, die außerschulische Sponsoren einbindet und so eine bessere Erschließung wirtschaftlicher Mittel ermöglicht, wird weitergeführt. Eine dreiklassige Schule in Tamiga ist von uns bereits erstellt worden, in der drei Lehrer 180 Schülerinnen und Schüler (in einem moslemisch geprägten Land gerade auch für uns, die wir uns der christlich- humanistisch geprägten Gleichheit der Geschlechter verpflichtet fühlen, keine Alltäglichkeit). Zur Zeit besuchen 22 Schüler des Dorfes Tamiga eine Sekundarschule in der benachbarten Provinzhauptstadt. Das Schulgeld und die Lehrmittel werden vom Tamiga-Projekt bereitgestellt. Über eine Sekundarschule in Tamiga wird mit der lokalen Schulbehörde verhandelt. Das Dorf ist zusätzlich durch einen Getreidespeicher, den Bau einer Krankenstation und Brunnenreparaturen unterstützt worden. Um den Mitgliedern die wichtige Erfahrung der Originalbegegnung zu ermöglichen, fährt jedes Jahr eine Gruppe in das Dorf.
- Seit Jahren existieren am GZE unterschiedliche Schülerfirmen, wie Verkauf von Schulmaterial, Computerunterricht für Senioren, Einrichtung von Computernetzwerken für Privatkunden. In der Planung ist eine Schülerfirma, die sich mit der Umwandlung alter Medien (Dias, Super-8 Filme etc.) in zeitgemäße (DVD, CD etc.) befasst.
- Für die Umweltbildung gibt es vielfältige Möglichkeiten der Verwirklichung. Seit 1991 gibt es ein Umweltkonzept unserer Schule, welches 1993 und 2003 aktualisiert wurde. Es ist eine Konferenz i. S. der NSchG etabliert worden. Sowohl in den Unterrichtsfächern als auch in unterschiedlichsten praktischen Aktivitäten findet der nachhaltige und vernünftige Umgang mit der Umwelt seinen Niederschlag. Die Gestaltung des Schulgeländes, Nistkastenbau und Vogelansiedlung, Hühnerhaltung und Aquariumspflege, Abfallbetreuung sind nur einige Schwerpunkte.
- Zum schulischen Programm gehören darüber hinaus bereits die Vorbereitung und Durchführung von Sprachprüfungen (z. T. in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule) und der Erwerb von Lizenzen der DLRG. Neu aufgenommen werden soll eine Ausbildung ab der 8. Klasse zum Jugendleiter in Kooperation mit der Jugendpflege der Gemeinden sowie dem Landkreis, die Ausbildung zum Jugendübungsleiter bzw. -helfer im Kreissportbund und Turnkreis Ammerland ab der 8. Klasse.
- Erweiterndes Lernen in größerer Selbstverantwortung findet in der Nutzung der Bücherei statt. Das Lesen, Recherchieren, Schreiben am und mit dem Buch, aber auch die Möglichkeiten des Computers unter Einbeziehung des Internets sind wichtige Aspekte gymnasialer Arbeit. Eine Verbesserung der Kooperation mit der Universitätsbibliothek in Oldenburg ist beabsichtigt. Schülergruppen nehmen auch weiterhin an Seminaren der Landesbibliothek Oldenburg teil. Für eine Intensivierung dieser Vorhaben sind sowohl bauliche wie auch sächliche und personelle Investitionen notwendig, die in diesen Bereichen eine kontinuierliche Versorgung nach sich ziehen müssen.
- Die Teilnahme an Schülerwettbewerben wird nach Schülerinteresse verabredet und vorbereitet und begleitet. Dazu gehört dann auch die schulinterne, eventuell gemeindliche Präsentation der Ergebnisse. Im Bereich des Sports wird mit Erfolg an diversen Turnieren teilgenommen. Hier kommt auch die Kooperation mit dem DFB zum Tragen, denn das GZE ist beurkundete Stützpunktschule, d.h. mit einem Talentförderprogramm des DFB ausgestattet.
- Vermittlung von Schülerinnen und Schüler in Angebote außerschulischer Anbieter (Sommercamps, Seminare an Akademien, Teilnahme an Planspielen wie z.B. Modell-UN "OLMUN" und das Management Information Game "MIG").
Die Erweiterung des jetzt bestehenden Programms erfordert nicht nur Umbaumaßnahmen, sondern auch größere Investitionen und eine kontinuierlich zu gewährende Finanzhilfe der Gemeinden, die sich nicht in der Anschubfinanzierung erschöpfen kann. Dies muss auch für die Zukunft gesichert sein.
b) Übendes und unterstützendes Lernen
Unter Anleitung von Lehrkräften wird an zwei Nachmittagen zum Erledigen von Hausaufgaben angeleitet; dabei werden die Methoden des Lernen lernens vermittelt und eingeübt. Hinzu kommen fachbezogene Förderkurse die sowohl begabtere als auch leistungsschwächere Schülern/Innen gezielt fördern können. Ein Konzept für die (Hoch-) Begabtenförderung liegt vor, an dessen Konkretisierung z.Zt. gearbeitet wird.
Die Betreuung des übenden und unterstützenden Lernens soll durch Fachlehrer, ggfs. Studenten und durch Schüler/innen der Oberstufe sicher gestellt werden.
Es muss hier auch betont werden, dass übendes und unterstützendes Lernen in einer Umgebung, die das Lernen allein durch ihre sächliche Ausstattung befördert, auch helfen kann, soziale Unterschiede in der Gesellschaft zu verringern und die Chancengleichheit für sozial benachteiligte Kinder zu erhöhen.
c) Helfendes Angebot
Diese Angebote werden im Wesentlichen während der Freizeitgestaltung wahrgenommen werden können. Die seit Jahren in loser Folge stattfindende schulinterne Mediatorenausbildung kann vom Beratungslehrer, einem Sozialpädagogen und/oder von Mitarbeitern der kommunalen Jugendpflege beider Träger-Gemeinden durchgeführt werden.
Zur Zeit bietet der einzige, männliche Beratungslehrer Sprechzeiten für Schüler/innen an, in einem Umfang von drei Wochenstunden. Zwei weitere Kollegen/innen unterstützen diese Arbeit.
Mit Fachberatungsstellen (z.B. der Rose 12) wird eng zusammengearbeitet; betroffene Schüler/innen werden an die jeweilige Einrichtung weitervermittelt. Für die Studien- und Berufsvorbereitung wird auf die gesonderte Darstellung der schulischen Maßnahmen hingewiesen.
d) Sport, Spiel, Musik
Diese drei Aktivitäten bieten sich in besonderer Weise zur sinnvollen Gestaltung von Freizeit, aber auch zum Einüben sozialer Grundtechniken an. Die Zielsetzung ist deshalb nicht allein in der momentanen Erholungsfunktion zu sehen, sondern auch in der Verstärkung sozialer Umgangsformen zwischen Schülern/innen, aber auch zwischen Schüler und Betreuer. Übungsfelder und Kompetenzen für eine lebenslange sinnvolle Gestaltung der Freizeit können so erschlossen werden. Hier wird auch eine Rolle spielen, dass man geschlechterspezifische Grenzbereiche erfährt und Vorurteile abbaut; gleichzeitig soll auch die Stärkung der Mädchen stehen. Den Kindern muss hier spielerisch auch vermittelt werden, dass die Erwachsenenwelt bewältigt werden kann, wobei auch Widerstandsstrukturen gegen Gewalt oder Bedrohung eingeübt werden müssen. Hier kommt das große Angebot an Arbeitsgemeinschaften zum Tragen (derzeit sind 37 Arbeitsgemeinschaften im Angebot). Im Freizeitbereich steht die Initiative und die Selbstorganisation unter Anleitung durch Sozialpädagogen, Lehrern und Fachkräften von außerhalb (z. B. Sportübungsleiter im Verein, Jugendgruppen, Jugendfeuerwehr, DLRG, etc.) im Vordergrund. Die Arbeit in freien Verbänden zeigt, zu welchem Engagement Jugendliche in Leitungsaufgaben bereit und willens sind.
Die konkrete Umsetzung des pädagogischen Konzepts
Der Pflichtunterricht der Klassen 5 und 6 findet vollständig am Vormittag statt; die 5. Klassen (29 Stunden Pflichtunterricht) erhalten an beiden Standorten eine Stunde Wahlunterricht. In den 6. Klassen stehen 30 Stunden Pflichtunterricht an, so dass hier ein Wahlangebot für den Vormittag nicht mehr zur Rede steht. Ab der 7. Klasse sehen die Stundentafeln mehr als 30 Stunden vor, die am Vormittag nicht unterzubringen sind, es sei denn, man fängt wesentlich früher mit dem Unterricht an und/oder beendet den Vormittagsunterricht erst sehr viel später. Daher sieht das Konzept für den Pflichtunterricht für das Abitur nach zwölf Jahren wie folgt aus:
| Klasse |
Stundentafel Unterricht |
Aufteilung |
| 5 |
29 |
Vormittags; 1 Std. Wahlunterricht |
| 6 |
30 |
Vormittags |
| 7 |
32 |
2 Std. einmal nachmittags |
| 8 |
33 |
2 Std. einmal nachmittags; 1 Std. alle 14 Tage |
| 9 |
34 |
2x2 Std. nachmittags |
| 10 |
34 |
2x2 Std. nachmittags |
Die Wahlsprachen Französisch und Latein im 9. und 10. Jahrgang werden bei entsprechender Nachfrage ebenfalls nachmittags weitergeführt, wie auch der „bilinguale“ Sach- / Fachunterricht.
37 Arbeitsgemeinschaften (z. Zt.) werden nach der jeweiligen Nachfrage - ggfs. altersangepasst - fortgesetzt und nach Bedarf i. S. der oben dargestellten Schwerpunkte pragmatisch erweitert. Für die Erteilung des kirchlichen Unterrichts müssen die Absprachen mit den Pfarrgemeinden berücksichtigt und ggfs. neu koordiniert werden. Die Koordinierungsnotwendigkeit ergibt sich auch für die Benutzung der Sportstätten und der Schwimmbäder - zwischen den Schulen und den jeweiligen Vereinen.
Die Umsetzung und zeitliche Aufteilung der verschiedenen Angebote im Rahmen der Ganztagsschule auf freiwilliger Basis hängt ganz entscheidend von der Nachfrage, also den Bedürfnissen der Schüler/innen, ab. Daher können keine starren Rahmen gesteckt werden; Veränderungen können sich zu den jeweiligen Halbjahren ergeben. Als Planungsansätze können gelten:
- 2 Nachmittage für „Erweiterndes Lernen"
- 2 Nachmittage für „Übendes und unterstützendes Lernen"
- Eine situative und zu den beiden anderen Angeboten parallel verlaufende Einstellung des „Helfenden Angebots" in den Kanon an allen vier Nachmittagen, für einzelne Schülerlinnen im Sinne einer Individual- und Kleingruppenförderung
- Kombiniert damit und auf die Mittagspausenzeit ausgeweitet liegt das vierte Angebot (Sport, Spiel, Freizeitgestaltung) bereit, auch als spontanes, individuell oder in Gruppen nutzbares Angebot.
Die im pädagogischen Konzept immanente Verstärkung der Schülerpersönlichkeit durch die Präsentation seiner neuen Fähig- und Fertigkeiten sowie die Verwirklichung weiterer Bestandteile eines lebendigen Schullebens setzen den Bau einer Mehrzweckhalte/ Aula voraus.
Bewusster Bestandteil des pädagogischen Konzeptes ist der Einsatz der Lehrkräfte sowie weiteren Personals. Hierbei ist besonders zu bedenken, dass, im Gegensatz z. B. zur Hauptschule, die Lehrkräfte am Gymnasium eine wesentlich höhere Korrekturbelastung aufweisen (Klausuren in der Oberstufe, Abitur). Auch ist bei einer Ausweitung der schulisch gebundenen Arbeitszeit, neben der anerkannten Vor- und Nachbereitungszeit zu Hause, zu bedenken, dass auch die Freistunden am Vormittag zunehmen werden. Daher ist ein solches Konzept nur dann zu verwirklichen, wenn Arbeitsplätze (hier zu definieren als Konferenzzimmer, zentrale Sammlungsräume für Fächer des sprachlichen, mathematischen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs, mindestens zwanzig Einzelarbeitsplätze, Computer-Arbeitsplätze (mindestens sechs) für dienstliche Tätigkeiten wie z. B. Zeugniserstellung) in ausreichender Anzahl in der Schule zur Verfügung gestellt werden - nicht nur als räumliche Komponente, sondern auch durch entsprechende notwendige Ausrüstung für die Vor- und Nachbereitung von Unterricht oder/und für die Korrektur von Arbeiten (z. B. Computer, Bücher, weitere Sachmittel). Alle Tätigkeiten, die Lehrer in diesem Konzept ausüben sollen, werden als unterrichtliche Tätigkeiten gewertet. Auf eine gleichmäßige Belastung aller Kollegen und Kolleginnen, unter Maßgabe weiterer Bedingungen wie z. B. Teilzeitarbeit etc., ist zu achten.