GZE - eine Agenda 21 - Schule
Gliederung:
Was ist Agenda 21 eigentlich?
Was bedeutet Partizipation an Agenda 21 - Prozessen?
Im Jahr 2001
Im Jahr 2002
Im Jahr 2003
Im Jahr 2004
Auf der ersten Gesamtkonferenz des Schuljahres 2000/2001 wurde beschlossen, dass unser Gymnasium eine Agenda 21-Schule werden soll.
Was ist Agenda 21 eigentlich?
1992 fand in Rio de Janeiro die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung statt. Dort wurde ein Aktionsplan für das 21. Jahrhundert verabschiedet - die sogenannte Agenda 21 - und von 170 Staaten unterzeichnet, die sich damit den Zielsetzungen einer nachhaltigen Entwicklung verpflichteten.
Aufgrund dieses Aktionsplanes hat das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie die Projektgruppe "Innovation im Bildungswesen" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung beauftragt, für die Jahre 1999 - 2004 ein Förderprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu verfassen, in dem das Modul "Partizipatives Lernen" eine große Rolle spielt.
Das Land Niedersachsen hat innerhalb dieses Programms drei sogenannte "Sets" zugewiesen bekommen.
Set 1 befasst sich mit der Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Partnern.
Set 2 befasst sich mit Firmen, die von Schülern gegründet und geleitet werden.
Set 3 befasst sich mit der Teilnahme an lokalen Agenda-Prozessen.
Unsere Schule gehört zu den drei Schulen im Landkreis Ammerland (außer uns die KGS Rastede und das Gymnasium Westerstede), die zu Set 3 gehören. Diese Schulen sollen als Pilotschulen "testen", welche Möglichkeiten es gibt, den Agenda-Gedanken in Schulen zu verankern.
Was bedeutet Partizipation an Agenda 21 - Prozessen?
Konkret bedeutet das, dass Kolleginnen und Kollegen unserer Schule Fachunterricht, Arbeitsgemeinschaften, Projekttage und ähnliche Veranstaltungen über Themen wie Bauen + Wohnen, Energie, Verkehr, Ernährung, Gesundheit, internationale Partnerschaften u.ä. so anlegen sollen, dass z.B. überlegt wird, wie Ergebnisse oder Prozesse mit den jeweiligen Gremien, Institutionen der Gemeinde bzw. der Region gemeinsam erarbeitet oder in die entsprechenden Gremien hineingetragen werden können.
Andererseits heißt es für die Gemeinde, Gremien der Region und die Kooperationspartner wiederum: Wie können ihre Planungen, Entscheidungen mit den Betroffenen abgesprochen und umgesetzt werden, so dass Schüler lernen verantwortlich an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken.
Über die Öffnung der Schulen zur Region und zur Kommune hinaus wird das Zusammenwirken mit außerschulischen Kooperationspartnern auch das partizipative Lernen innerhalb der Schule befördern und damit einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung ihrer eigenen Lernkultur leisten.
Im Folgenden werden aus den Jahren 2001-2004 Beispiele genannt, die belegen, dass unsere Schule innerschulische Prozesse nach außen trägt und andererseits die außerschulische Welt in die Schule hereinholt.
Im Jahr 2001
Projekttag zum Thema "Gegen Gewalt und Intoleranz": An diesem Tag beschäftigte sich die gesamte Schule in verschiedenen Projekten mit dem Thema. In die Schule wurden Experten geladen (u.a. der Leiter der JVA Oldenburg, der ehemalige Justizminister Wolf Weber, Mitarbeiter der Verfassungsschutzes, Zeitzeugen des 2. Weltkrieges) d.h. dass sich Schule nach außen öffnete.
Hallenbadnutzung der Schulen: Gemeindevertreter erläuterten der Fachkonferenz Sport Pläne für die Neu- bzw. Umgestaltung der Hallenbäder und baten um eine Stellungnahme.
Schülerbeförderung: Mit dem Landkreis wurden Gespräche über die Busanbindung der unterschiedlichen Bauernschaften geführt mit dem Ergbenis, dass ab dem 2. Halbjahr 2002/2003 ein weiterer Bus am Nachmittag eingesetzt wurde.
Eine-Welt-Projekt: Schulbauhilfe in Tamiga/Burkina Faso: Dieses seit 1992 bestehende Projekt wurde fortgeführt und neben der abgeschlossenen Finanzierung von Schulgebäuden für 150 Schüler/innen in sechs Jahrgangsstufen und drei Lehrerwohnungen steht nun die Errichtung eines Getreidespeichers an. Auch bei der Reparatur von zwei Motorpumpen muss geholfen werden. Eine Lehrer-Schüler-Gruppe hat sich im Oktober 2002 weitgehend auf eigene Kosten vor Ort informiert.
Inzwischen (Stand Mai 2004) ist dieses Projekt durch Aktionen mehrerer Klassen weiter unterstützt worden und hat seinen festen Platz im Schulprogramm, das z.Zt. im Entstehen ist.
Einzelheiten über diese Projekte und weitere Informationen über Tamiga können im Internet unter www.tamiga.de abgerufen werden.
Natur-AG (Schulhofgestaltung; Hühnerhaltung; Chaosbaum): Die Natur-AG ist seit mehreren Jahren dabei, den Schulhof abschnittsweise zu entsiegeln und durch diverse Pflanzaktionen freundlicher zu gestalten. Außerdem betreut sie das Projekt "Hühnerhaltung" und hat mit zwei "Chaosbäumen" (ein Baum, der von oben nach unten wächst) vor unserer Schule und auf der Landesgartenschau Aufmerksamkeit erregt.
Projekttage: Zukunftswerkstatt GZE: Diese Projekttage haben sich mit Zukunftsthemen wie z.B. "Slow Food statt Fast Food", erneuerbaren Energien und umweltfreundlichem Verhalten befasst. Die Öffentlichkeit wurde mit einer umfangreichen Präsentation der Ergebnisse über unsere Aktionen und Projekte informiert.
Eine Dokumentation dieser Projektwoche kann bei Herrn Munderloh eingesehen werden.
Mediatoren-AG: In der Mediatoren-AG lernen Oberstufenschüler Verhaltensweisen und Methoden über den Umgang mit mobbenden und gemobbten Schülern. Sie werden zu sogenannten Konfliktlotsen ausgebildet und stehen vor allem den neuen 7. Klässlern zur Verfügung.
Sparsames Umgehen mit Ressourcen: Energiesparmaßnahmen umfassen die Installation von Energiesparlampen, kombiniert mit Bewegungsmeldern und Lichtsensoren. Der Verbrauch von Trinkwasser ist durch den Einbau von Spartasten bei der Toilettenspülung (mit Regenwasser) verringert worden. Auch die regelmäßige Bewässerung des schulischen Biotops wird über eine Zisterne geregelt.
Schulinterne Lehrerfortbildung mit Gemeindevertretern Die enge Zusammenarbeit mit den für unsere Schule zuständigen Gemeindevertretern zeigte sich auch darin, dass sie einer Einladung zu einer schulinternen Lehrerfortbildung gefolgt sind und gemeinsam mit Lehrkräften diskutiert haben.
Im Jahr 2002
Die Schülerfirma "Grey Compis" bot Kurse zum Erlernen des Umgangs mit Computern für Senioren an. Dieses Projekt soll in Zukunft auch auf die Betreuung von Grundschülern erweitert werden.
Parkplatzprojekt am Bhf. Bad Zwischenahn: Eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Schule, Baumschulfirmen und einem Landschaftsplaner (ehemaliger Schüler des GZE) führte zur Umgestaltung eines Parkplatzes in der Nähe des Zwischenahner Bahnhofs.
"Umweltschule für Europa" Für viele der o.a. Aktivitäten erhielt die Schule im September diese Auszeichnung überreicht.
Projekt "Jugend recherchiert Umwelt - 100 Schulen im Dialog": Teilnahme am vom Bundespräsidenten unterstützten Projekt "Jugend recherchiert Umwelt - 100 Schulen im Dialog". Unsere Schule und ihre Partnerschule, das Bördegymnsaium Wanzleben in Sachsen-Anhalt, untersuchen jeweils Umweltthemen aus dem Bereich der Partnerschulen und beschreiben/analysieren diese in der jeweiligen Lokalpresse.
Öffnung der Schule (z.B. Theateraufführungen auf der LGS, im Kurhaus, an anderen norddeutschen Gymnasien, im Oldenburgischen Staatstheater: In beiden Jahren führten die "Theater AG" (Sommernachtstraum) und die "English Theatre Group" ("Face to Face") ihre Stücke nicht nur im heimischen Forum sondern auch auf anderen Bühnen auf. Das selbstverfasste Theaterstück auf Englisch "Face to Face" erhielt den mit 750,-Euro dotierten 1. Preis des Wettbewerbes "Schüler/innen machen Schule".
AG Solar- und Windenergie: In dieser AG befassen sich die Schüler/innen mit erneuerbaren Energien.
"Unterricht mal anders" auf der Landesgartenschau: Am 28. August 2002 präsentierte sich die Schule auf der Landesgartenschau mit vielen der o.a. Aktivitäten und führte anhand einer von Lehrkräften entwickelten Landesgartenschau-Rallye einen handlungsorientierten Unterricht für alle 925 Schüler/innen im Freien durch.
Teilnahme der 7. Klassen am "SIGN"-Projekt am "SIGN"-Projekt (ein Programm zur Sucht- und Gewaltprävention).
Im Jahr 2003
Bau von Schleiereulen-Nistkästen und Aufhängung an verschiedenen Orten im Ammerland. Die Natur-AG führte diese Aktion Anfang 2003 durch.
Schriftsteller am GZE.Der bekannte Oldenburger Autor Klaus Modick informierte Schüler/innen einer 11. Klasse über sein Werk und seine Arbeitsweise.
Auszeichnung mit dem 1. Preis des IHK-Schulpreises in Höhe von 5.000,- Euro (!) für das Projekt "Der Euro in Europa" für die Klasse 9b. Der Preis wird jährlich vergeben für "innovative und zukunftsweisende Projekte und Methoden, die in schülergerechter Weise wirtschaftliches Wissen und die Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge vermitteln..."
Öffnung der Schule: Aufführung des selbstverfassten Musicals "Schüler/innen" am GZE und - im Rahmen der Oldenburger Schultheatertage - in der Kulturetage Oldenburg.
Teilnahme am vom Bundespräsidenten unterstützten Projekt "Jugend recherchiert Umwelt - 100 Schulen im Dialog". Unsere Schule und ihre Partnerschule, das Bördegymnsaium Wanzleben in Sachsen-Anhalt, untersuchen jeweils Umweltthemen aus dem Bereich der Partnerschulen und beschreiben/analysieren diese in der jeweiligen Lokalpresse.
Teilnahme mehrerer Schüler/innen an OLMUN - einem UN-Planspiel in Oldenburg, das jährlich in englischer Sprache durchgeführt wird und bei dem Schüler/innen die Rollen von Repräsentanten verschiedener Länder in UN-Vollversammlungen durchspielen.
Bau und Anbringung von Mauersegler-Nistkästen am Schulgebäude mit Hilfe der Zwischenahner Feuerwehr - ein weiteres Projekt der Natur-AG.
Durchführung der Projektwoche "Schule als Staat": Die gesamte Schüler- und Lehrerschaft des GZE wurde zu Bürgern des fiktiven Staates "Spequador", der mit Parlament, Regierung, Justizwesen usw. wie ein "richtiger" Staat funktionierte. Neben "Staatsbesuchen" von Bundes- und Landtagstagsab-geordneten sowie den Bürgermeistern von Edewecht und Bad Zwischenahn kam ebenfalls der frisch gebackenen Wissenschaftsminister von Niedersachsen nach Spequador. Am letzten "Tag der Offenen Tür" konnten sich auch andere ausländische Mitbürger ein Bild vom fiktiven Staat machen. - Die Vorbereitung und Durchführung lag vorwiegend in den Händen von Schülern.
Eine Dokumentation dieser Projektwoche kann bei Herrn Munderloh eingesehen werden.
Die Natur-AG gewann den bundesweit ausgeschriebenen Heinz-Sielmann Schulpreis 2003. Kriterien waren u.a. die Relevanz für den praktischen Naturschutz, die Beteiligung der Schüler an den jeweiligen Projekten..., die Pädagogische Zielsetzung und die Originalität der Projekte.
Teilnahme am Projekt "Jugend recherchiert Umwelt - 100 Schulen im Dialog".
Kooperationspartner vom SV Werder Bremen: Vortrag des Sportpsychologen und Fußballinternatsleiter Uwe Hartggen beim Sporttheoriekurs.
Im Jahr 2004
Teilnahme am Projekt "Jugend recherchiert Umwelt - 100 Schulen im Dialog".
Kooperationspartner vom SV Werder Bremen: Simultanschach einer Spielerin der Schach-Bundesligamannschaft von Werder Bremen gegen 25 Schüler/innen des GZE, der OS und der Realschule Spiel der U-20 Mannschaft vom SV Werder Bremen gegen eine Schülerauswahl des GZE.
Öffnung der Schule: Diskussion mit einem Mitarbeiter der Staatskanzlei über den "Transrapid" im Grundkurs Erdkunde.
Teilnahme am vom Bundespräsidenten unterstützten Projekt "Jugend recherchiert Umwelt - 100 Schulen im Dialog". Unsere Schule und ihre Partnerschule, das Bördegymnsaium Wanzleben in Sachsen-Anhalt, untersuchen jeweils Umweltthemen aus dem Bereich der Partnerschulen und beschreiben/analysieren diese in der jeweiligen Lokalpresse.